Was lange währt, wird endlich gut

 

Zum dritten Lauf der Saison bin ich aus dem Team nach Gründau erneut als Alleinunterhalter nach Schlüchtern gereist. Nach problemloser Anreise, leider mit einem zweistündigen Stauaufenthalt nahe Hannover, habe ich meine Wochenendbehausung aufgebaut, den Grill angefeuert und mich noch ein wenig im Fahrerlager umgesehen. Da ich bisher noch nie in Schlüchtern gefahren bin, habe ich spät abends noch eine Streckenbegehung gemacht, wobei ich trotz des fehlenden Lichtes feststellen musste, dass es dort zwar reichlich viele verschiedene Asphaltbeläge gibt, aber Schotter eigentlich immer nur jenseits der Ideallinie zu finden ist. Am Samstag gegen Mittag habe ich die Abnahme wie gewohnt ohne Komplikationen erledigt und wartete gespannt darauf, gegen 16:00 Uhr das erste Mal auf die Piste zu dürfen.

Im freien Training habe ich mir die Strecke angesehen, war eigentlich auch recht angetan aber habe an vielen Stellen recht harte Übergänge feststellen müssen, bei denen mein Auto auf der Vorderachse jedes Mal durchgeschlagen hat. Die Zeiten waren nicht so schlecht, im ersten freien Training war ich schnellster der Cup-Fahrer, im zweiten allerdings als zweiter eine komplette Sekunde langsamer als Björn Barkhoff. Damit war mir klar, dass es ein schweres Stück Arbeit werden würde, dort um den Sieg mit zu fahren. Das Warm-Up am Sonntagmorgen habe ich ausschließlich dazu genutzt, die Jokerlap zu probieren, was ich eigentlich zu meiner Zufriedenheit hinbekommen habe. Im Zeittraining ging es auf der normalen Streckenführung zur Sache, ich habe probiert, was ich zeitlich hinbekommen kann und habe mit einer doch recht passablen Zeit die Bestzeit, zwei Zehntel vor Björn Barkhoff, erringen können.

Diese Zeit brachte mir die seltene Gelegenheit ein, in Vorlauf eins gegen die Herren Hans Kirchhof, Swen Grupe und Uwe Wagner zu fahren. Schon ein komisches Gefühl, zweimal Porsche und einmal schneller Golf gegen meine bescheidene Zitrone. Den Start habe ich erwartungsgemäß deutlich verloren, hatte aber nach Kenntnisnahme dieser Startaufstellung ohnehin auf eine schnelle Zeit als Gruppenletzter hinter diesem schnellen Feld gehofft. Nachdem alle Ihre Jokerlap absolviert hatten, hatte ich aber das unerwartete Problem, das mir in fast jeder Kurve der Porsche von Uwe Wagner im Weg gestanden ist. Sobald es geradeaus ging, ist er mir meilenweit weggefahren, beim Bremsen und in den Ecken wäre ich aber gern ein bisschen zügiger gefahren, zweimal habe ich ein Auffahren vor der langgezogenen Rechtskurve gerade noch vermeiden können. Das hat leider Zeit gekostet, am Ende reichte es mit 1,2 Sekunden Rückstand zur zweitbesten Zeit hinter Björn Barkhoff. Ohne das kleine Problem mit dem Porsche wäre es sicher drei oder vier Sekunden schneller gegangen aber fairerweise muss ich einräumen, dass auch der schnellste unserer Division vom Seat von Patrick Siebert ein bisschen eingebremst wurde und ansonsten auch eine noch bessere Zeit hätte hinlegen können.

Im zweiten Vorlauf hing ich in einer Gruppe der langsameren Supernationals fest, konnte überhaupt nichts ausrichten und bin vollkommen unspektakulär erneut eine zweitschnellste Zeit gefahren. In Vorlauf drei habe ich mich erneut in einem Feld der etwas langsameren Supernationals behaupten müssen. Ich hatte erneut am Start den kürzeren gezogen, bin sofort in die Jokerlap gegangen und habe mir anschließend nacheinander noch zwei meiner Konkurrenten schnappen können, weil ich sie während ihrer Jokerlap überholen konnte. Das Resultat war die Bestzeit in Heat drei, insgesamt also eine saubere Sache, Startplatz zwei für das anschließende Finale gesichert und das Auto heil gelassen.

Im abschließenden Finale bin ich angesichts der tollen Zeiten von Björn Barkhoff in den Qualiläufen davon ausgegangen, dass ich eine ordentliche Portion Glück und Cleverness benötigen werde, um mich vor ihm zu behaupten. Als der Start freigegeben wurde, habe ich mich durchsetzen können, Björn direkt hinter mir. Ich habe gespürt, dass er gern ein bisschen schneller fahren würde. Er hat mir deutlich gezeigt, dass er gern vorbei würde, ist mir nach Gründau erneut, diesmal hinten rechts, ins Auto gefahren aber wenn ich einen schnellen Mitbewerber im Finale direkt hinter mir habe, kann ich leider nicht die schnellste Linie fahren, sondern muss meine Position verteidigen. Wohlwollend habe ich zur Kenntnis genommen, dass Björn offensichtlich keine weitere Lust verspürt hat, hinter mir her zu fahren und in Runde drei in die Jokerlap eingebogen ist. Das war meine einzige Chance, ihn zu schnappen. Ich habe die noch ausstehenden Runden genutzt, die Zitrone volle Kanone um den Ewald-Pauli-Ring zu prügeln, bin dann in der letzten Runde in die Jokerlap eingebogen, bin dort laut Aushang der Zeiten ca. eine Sekunde schneller durchgekommen (siehe oben, konzentriertes Training im Warm-Up) als Björn und habe bereits in der Jokerlap im Rückspiegel sehen können, dass ich auf jeden Fall vor Björn auf die normale Strecke zurück kommen werde. Die noch ausstehenden zwei Kurven habe ich mit der gebotenen Vorsicht aber auch Gelassenheit absolviert und dann kam die lang ersehnte Zielflagge und es war das erste Mal in meiner Laufbahn kein Auto da, das vor mir abgewunken wurde. Offensichtlich habe ich da erste Mal einen Lauf im Rahmen der DRX gewonnen, ein neues Gefühl für mich aber nicht unbedingt eines, was mir nicht behagt.

Ich war einfach nur happy, freue mich, wie manche es wissen, eher innerlich und habe es nach der obligatorischen ausgiebigen Kontrolle des Autos bei der Technischen Abnahme noch so gerade geschafft, meine Wochenendbehausung abzubauen, bevor der große Regen losging. Es gab anschließend noch die Siegerehrung, bei der ich das erste Mal ganz oben stehen durfte, danach habe ich mich auf die Heimreise gemacht. Mittlerweile steht die Sieger-Zitrone gewaschen und aufgebockt wieder in Oldendorf in der Halle und ich werde in den nächsten Tagen die kleinen Wehwehchen des Wochenendes beseitigen. Insgesamt war es für mich eine tolle Veranstaltung, ein toller Veranstalter mit vielen sehr netten Mitgliedern, eine für mich neue interessante Strecke und schlussendlich mit dem Sieg auch ein Gefühl, dass ich bisher nicht kannte. Von mir aus könnte es so weiter gehen, am liebsten bereits auf dem Estering am letzten August-Wochenende.

Bilder vom Wochenenden!

BBZ
 

Sieg verschenkt aber Spaß gemacht hat’s trotzdem

Zum zweiten Lauf der Saison bin ich aus dem Team als Alleinunterhalter nach Gründau gereist. Nach problemloser Anreise habe ich das Auto wie gewohnt ohne Komplikationen durch die Abnahme gebracht und dann meine Wochenendbehausung aufgebaut, den Grill angefeuert und mich noch ein wenig im Fahrerlager umgesehen. Da ich zwei Jahre nicht in Gründau gefahren bin, habe ich in der Nacht noch eine Streckenbegehung gemacht, damit alte Erinnerungen wieder hochkommen und mir das Fahren ein bisschen leichter machen.

Ich hatte für das freie Training am Samstagvormittag eigentlich geplant, mit relativ harten Michelin auf der Vorderachse an den Start zu gehen, die hier erfahrungsgemäß recht gut funktionieren, habe diese aber gegen ältere Avon getauscht, da sehr dunkle Wolken am Himmel zu sichten waren und ich bei Nässe mit diesen Reifen keine Chance gehabt hätte, einigermaßen im Kreis zu fahren. Die Entscheidung war goldrichtig, denn als ich am Vorstart für das freie Training stand, hat der Himmel die Schleusen geöffnet und es war innerhalb von ein paar Minuten patschnass. Ich bin gestartet und war erstaunt, dass sofort alle Erinnerungen an die Strecke wieder präsent waren, konnte ab der ersten Runde voll fahren und bin bei der von mir so geliebten Nässe den Kollegen aus dem Rallycross Cup einigermaßen zügig weggefahren. Im anschließenden Zeittraining bei leider abgetrockneter Piste hat sich mein positiver Eindruck bestätigt, Bestzeit, wenn auch nur mit 1 ½ Zehntel Vorsprung auf Björn Barkhoff.

Für den ersten Vorlauf hatte ich mir eigentlich vorgenommen, das Resultat aus dem Zeittraining zu wiederholen aber erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Ich war auf Grund der guten Zeit aus dem Zeittraining eingekeilt zwischen Fahrzeugen der Supernationals. Eigentlich ging ich davon aus, dass diese am Start wegziehen und ich mich dahinter einreihen könnte und frei fahrend eine gute Zeit erzielen kann. Nach Erleuchten der grünen Ampel war ich dann aber etwas vor den vermeintlich schnelleren Fahrzeugen, bekam hinten rechts einen leichten Schlag, versuchte gegenzulenken, wurde aber von dem freundlichen Kollegen Michael Elstner komplett abgeräumt, der hatte so lange das Gas stehen lassen, bis ich vor der Schnauze seines Autos 180° gedreht wurde und schließlich neben der Strecke stand. Das war es leider mit einer vernünftigen Zeit für Vorlauf eins. Das Auto war soweit ok, ich habe die Zitrone wieder in Fahrtrichtung gebracht und bin mit einer Drittelrunde Rückstand wieder auf Reisen gegangen. Dann habe ich die Zitrone, frei fahren könnend, absolut am Limit fliegen lassen und habe es doch noch zur viertschnellsten Zeit im Rallycross Cup geschafft, mit gerade mal 1 ½ Sekunden Rückstand auf die zweitschnellste Zeit. Was in diesem ersten Vorlauf ohne das Abräummanöver hätte herauskommen können, kann man sich vor diesem Hintergrund sicher vorstellen. Videoaufnahmen des Manövers am Start von Sven Kopf sowie Aussagen von Fahrern, die unmittelbar hinter uns am Vorstart gestanden sind und den Start aus erster Reihe sehen konnten, bestätigten übrigens meine Einschätzung; für eine Solche Aktion muss man die schwarze Flagge ziehen, wir fahren hier kein Stockcar.

Am Sonntagmorgen hat man es, wie eigentlich immer in Gründau, nicht auf die Reihe bekommen, die Autos in der eigentlich vorgeschriebenen Startfolge einzusortieren. Glück für mich, denn statt des äußersten Platzes in der zweiten Gruppe durfte ich in der ersten Gruppe von der Pole Position aus starten. Dieses Geschenk habe ich dankend angenommen, den Start gewonnen und bin dann dem Feld doch ziemlich weit enteilt. Die Bestzeit in diesem Lauf war die eigentlich logische Konsequenz, somit habe ich zumindest erst einmal Schadensbegrenzung betreiben können. In Vorlauf drei hing ich dann ein bisschen hinter dem Ascona von Dittmar Friskovec fest, der mir auf den Geraden davon gefahren ist, in den Kurven aber zum einen recht langsam war, vor allem aber super früh auf der Bremse stand. Das erste Mal habe ich mich doch etwas erschrocken, konnte ein Auffahren aber noch vermeiden, ab da war ich gewarnt und habe rechtzeitig den Anker geworfen, um unsere Autos heil zu lassen. Als dann unglücklicher Weise der wirklich nette Sportsmann Thomas Kirchhof sein Auto außer Kontrolle verloren hat und heftig eingeschlagen ist, hat mein Vordermann unter gelber Flagge vorbildlich das Tempo sehr zurück genommen, was leider ein wenig zu Lasten der Zeit ging. Es hat aber zu meiner Überraschung noch zu einer zweitschnellsten Zeit gereicht, Startplatz zwei im Finale war damit sicher.

Im abschließenden Finale habe ich dann richtig Murks gemacht. Den Start habe ich gewonnen, kam so gerade eine Autolänge vorbei, so dass ich mich vor dem Polesetter Björn Barkhoff einreihen konnte. Dann hat es sich zum ersten Mal gezeigt, dass wir vollkommen unterschiedliche Linien fahren. Björn fährt Ende des Hubschrauberlandeplatzes viel weiter raus und ist an der Stelle deutlich schneller, ist dann aber in der folgenden Passage schlechter aufgestellt. Daher habe ich auch gleich in Runde eins einen ordentlichen Stupser von hinten erhalten. Ich bin bis Ende der vierten Runde voraus gefahren und Björn hing mir permanent am Heck. Nachdem ich Björn ein wenig beobachtet habe, wusste ich, dass ich meine Linie ändern muss, da ich ihm zu viel „Angriffsfläche“ biete. Bei dem Versuch, in der Doppelrechts langsamer und weiter innen zu fahren und dafür eher in den dritten Gang zurück zu gehen, habe ich leider den fünften erwischt, musste diesen Fehler korrigieren und habe dann gesehen, dass Björn bereits innen angreift. Bruchteile von Sekunden später kam dann auch schon das unschöne Geräusch des Anlehnens des roten Polos. Ich hatte in der Situation zwei Möglichkeiten. Entweder ich mache die Lenkung auf und lasse ihm die Luft, vorbei an dem Reifenstapel zu fahren oder ich halte dagegen, dann wäre Björn stumpf im Reifenstapel eingeschlagen. Da ich mich verdaddelt habe und ihn damit zum Angriff nahezu aufgefordert habe, habe ich mich für die erste Variante entschieden, was zur Folge hatte, dass ich die führende Position verloren habe und auch in den verbleibenden zwei Runden keine Möglichkeit mehr hatte, sie zurück zu erobern. Ich denke, dass ich vor dem Hintergrund meines Schaltfehlers die richtige Entscheidung getroffen habe. Das Manöver war aber auch sehr gewagt, ich kann nicht versprechen, dass ich mich bei künftigen Rennen in ähnlicher Situation immer für Variante eins entscheiden werde.

Insgesamt war es ein tolles Wochenende, zweiter Platz, Auto weitestgehend heil geblieben und viel Spaß am Fahren gehabt. Dass man mir bei der Siegerehrung zum dritten Platz gratulieren wollte, machte mich kurzfristig ein wenig ratlos und sorgte für etwas Erheiterung bei den Fahrerkollegen, denn laut den Papieren der Rennleitung hatte Klaus Butenschön gewonnen, der eine Viertelrunde hinter Björn und mir gefahren ist… Schlussendlich hat man den Fahrern geglaubt und wir haben alle einen Pokal ohne die für Gründau typische individuelle Aufschrift erhalten. Man hat uns versichert, dass wir ein korrigiertes Schildchen für den Pokal erhalten werden, ich hoffe bei 150,- EUR Nenngeld sollte das Porto dafür drin sein. Abschließend sei bemerkt, dass es dank des Veranstalters zwei persönliche Rekorde für mich gab. Zum einen bin ich noch nie um 19:15 in Gründau weggekommen, zum anderen war ich noch nie um 0:50 zurück an der Halle gewesen. So habe ich noch einen vollen Pfingstmontag zum Abschalten. Ob ich in Schlüchtern fahren werde, steht derzeit noch in den Sternen, ich habe beruflich derzeit eine Großbaustelle und befürchte nach derzeitigem Stand, dass ich das Schlüchtern-Wochenende eher im Büro verbringen werde, als auf der Rennstrecke.

BBZ

Bilder: Ralf Hofacker

Erfolgreiches Wochenende bei strahlendem Sonnenschein

Endlich ist der Winter vorbei. Bis kurz vor dem ersten Lauf war nicht geklärt, ob und mit welchen Autos wir zum Saisonauftakt antreten werden. Mal wieder recht kurzfristig hat es sich ergeben, dass Jörg leihweise einen Mitsubishi aus dem Hause Münnich fahren durfte, bei mir sollte meine mittlerweile altgediente Zitrone noch einmal herhalten. Wir haben am Freitag unsere Residenz aufgebaut, haben am Samstagmorgen beide Autos gewohnt komplikationsfrei durch die Abnahme bekommen und warteten auf das, was uns am Wochenende bei strahlendem Sonnenschein erwarten wird.

Jörg hat das getan, was mit dem Gruppe-N-Auto möglich war, ist konstant Zeiten im Bereich von glatt 3 Minuten gefahren, teilweise ein bisschen schneller. Er hat seine Qualiläufe absolviert und den Leihwagen am Ende auf die sechste Position im A-Finale gestellt, mehr war angesichst der Konkurrenz und der Belgier, die mit starkem Material für die DM nachgenannt hatten, einfach nicht drin. Im Finale hat Jörg, wie bereits in allen Vorläufen, eine tolle Reaktionszeit am Start gezeigt, hat den Mitsubishi sehr gut bewegt und musste das Rennen nach einem von Jochen Coox verursachten Rennabbruch abbrechen. Beim Neustart ist er erneut sehr gut weggekommen und hat sich mit dem leistungsmäßig deutlich unterlegenen Gefährt einen guten vierten Platz und damit 13 Punkte in der Meisterschaft bei den Supercars gesichert.

Bei mir lief alles wie am Schnürchen. Im Zeittraining dritter, dann der erste Vorlauf, in dem mir Ralf Goltz nach dem Start die nötige Luft gelassen hat, voll auf die Sparkassenkurve beschleunigen zu können, eine zweitbeste Zeit war das erfreuliche Resultat. Danach durfte ich für die Vorläufe zwei und drei den Startplatz bestimmen, habe mich jeweils für die Startbahn 1 entschieden und habe die Starts jeweils gewonnen, konnte dem Feld ein wenig enteilen und hatte am Ende der Qualifikation zwei zweite und eine Bestzeit (weil Ralf Goltz nicht mehr fahren musste) auf dem Konto, besser hätte es nicht gehen können. Im A-Finale habe ich erneut einen Superstart erwischt, habe als Dankeschön für den ersten Vorlauf Ralf ebenfalls die nötige Luft gelassen, dann sind wir zwei Runden am Limit gefahren und haben dann das Ergebnis nach Hause gebracht, besser hätte es nicht sein können, auch wenn ich mittlerweile Aufnahmen gesehen habe, die zeigen, dass ich vielleicht doch hätte nach innen ziehen können. Aber Ralf war definitiv in den Vorläufen der Schnellere und damit hat der beste gewonnen, so sollte es eigentlich sein.

Wir werden schauen, wie und in welcher Konstellation wir die kommenden Rennen der Saison 2011 in Angriff nehmen werden, der Saisonauftakt war auf jeden Fall nicht so schlecht, dass wir uns größere Sorgen machen müssten, da sollte noch das ein oder andere gute Resultat von uns folgen

.

BBZ

Bilder: Ralf Hofacker

 

Berichte vom North Racing Team 2010

Super Wetter und ein Renntag zum Spaß haben

Nachdem wir uns mangels einsatzfähiger Fahrzeuge in der Zeit seit dem Pfingstrennen in Gründau vornehm zurückgehalten haben, habe ich zwei Wochen vor dem Saisonfinale die doch etwas stärker als zunächst vermutet, beschädigte Zitrone wieder fertig bekommen. Einem Start auf der Hausstrecke stand somit nichts mehr im Weg außer der Tatsache, dass ich keine brauchbaren Reifen mehr hatte. Dieses Problem ließ sich mit freundlicher Unterstützung der Kollegen Goltz und Butenschön beheben, die mir für einen fairen Kurs brauchbares schwarzes Gummi überlassen haben. Ich habe einen tollen Platz direkt an der Startplatte zugewiesen bekommen und habe am Samstag gemütlich mit Hilfe von Leif und Robert aufgebaut. Die Abnahme verlief gewohnt komplikationsfrei und so wartete ich gespannt darauf, was der Sonntag so bringen wird.

Den Erwartungen folgte zunächst ziemliche Ernüchterung. Zwar ging es nach frostiger Nacht bei strahlendem Sonnenschein auf die Strecke, doch die Zitrone fuhr sich äußert eigenartig, als wenn die Vorderräder nicht festgezogen wären. Nach einem Check haben wir, wie eigentlich erwartet, kein loses Teil an der Aufhängung feststellen können. Nachdem wir ein wenig den Motorraum reinigen mussten, weil sich mein Öleinfüllverschluss selbständig gemacht hat, hat unser Fahrwerksspezi Robert entschieden, die Spur zu ändern weil uns nichts anderes aufgefallen ist, was für diese merkwürdigen Fahreigenschaften verantwortlich sein könnte. Im Zeittraining fuhr die Zitrone dann besser geradeaus aber immer noch nicht so, wie ich es gewohnt bin, eine fünfte Zeit war das Resultat. Wir haben die Spur noch weiter geöffnet und plötzlich hatte ich in Vorlauf eins meine alte Zitrone wieder. Ich habe wieder Vertrauen in das Auto gefasst, habe meine Gruppe hinter Sven Kobow als zweiter beendet, was für Vorlauf eins eine erfreuliche Dritte Zeit bedeutete. Jetzt war ich wieder mit mir und meiner Zitrone im Reinen, so macht es Spaß. Vorlauf zwei war eine exakte Kopie von Vorlauf eins mit dem Unterschied, dass Ralf Goltz diesmal keine Probleme hatte und sich somit vor mir eingereiht hat. Mit der vierten Zeit hatte ich aber wenigstens schon einmal zwei vernünftige Zeiten im Kasten. Im dritten Vorlauf musste ich dann erstmals in einer Fünfergruppe starten, an der Reihenfolge hat sich nicht viel geändert. Da Sven Kobow ausgelassen hat, hatte ich eine erneute drittschnellste Zeit auf dem Konto, was mir den nicht ganz schlechten Startplatz in der zweiten Reihe innen eingebracht hat.

Direkt Vor mir die Führenden im DRX Cup Ralf Goltz und Sven Kobow, denen ich bereits vor dem Finale angekündigt habe, dass mir die Bedeutung dieses Finales im Hinblick auf die Vergabe des Titels bewusst ist und von mir keine unfairen Angriffe zu erwarten sein werden. Dass ich mich mit diesen beiden Herren nach dem Finale auf dem Treppchen wiederfinden durfte, hat mich schon riesig gefreut und gibt mir Motivation für die Saison 2011. Der Weg dahin war aber nicht ganz so einfach. Ich habe mein Versprechen eingehalten und die Führenden im Cup nicht attackiert, obwohl ich von der Linie weg den besten Start erwischt hatte. Den von drei startende Philip Schwarz konnte ich über­holen, er war mir direkt an den Hacken und ist daher gleich in der ersten Runde in die Jokerlap gefahren. Von da an haben wir uns aus den Augen verloren. Ich hatte freie Bahn und habe versucht, richtig zu puschen. In der vorletzten Runde hat sich mein Nackenschutz auf der Geraden gelöst und ist mir in die Pedalerie gefallen. Ich musste den Gurt etwas lockern, um ihn zu fassen zu bekommen und habe ihn dann nach hinten geschmissen. Die Aktion hat keine wirkliche Zeit gekostet, war aber durchaus geeignet, den Pulsschlag ein wenig zu erhöhen. Die Jokerlap habe ich in der letzten Runde gewählt, bin zügig hindurch gekommen und dann kam es zum Photofinish zwischen Philip Schwarz und mir. Wir haben nach der Zieldurch­fahrt die Fahrzeuge verlassen, um Ralf Goltz zum Sieg und zum Titel sowie Sven Kobow zum zweiten Platz zu gratulieren und haben uns nur fragend ange­schaut. Keiner von uns wusste, wer Dritter geworden war. Erst im Parc Fermé hat mich einer der fleißigen Helfer zur Siegerehrung beordert, da war die Erleichterung natürlich groß.

Alles in allem war es ein tolles Wochenende, ich hatte viel Spaß, konnte nach dem Finale endlich mal wieder die Zitrone aus eigener Kraft auf den Trailer fahren und musste dann doch am Abend zur Meisterfeier, um mir Pokal und Preisgeld abzuholen. Ich möchte mich ganz herzlich bei Robert, Matthias und Leif bedanken, die mich tatkräftig unterstützt haben und so dieses erfreuliche Resultat erst ermöglicht hatten. Wir werden uns in den nächsten Wochen noch einmal mit dem aktuellen Stand der Dinge im Team melden. Jetzt beginnen wir aber erst einmal mit den Vorbereitungen für die neue Saison, die voraussichtlich endlich mal wieder an einem normalen Termin beginnen wird und nicht, wie in den letzten Jahren, Ende des Winters.

Text: BBZ  Bilder: Ralf Hofacker

 

Schnelles Auto, schneller Fahrer aber leider viel Pech im Gründautal bei bestem Wetter

Nachdem Jörg mangels vorhandenem Motor für den Focus die ersten beiden Läufe zur DM mit Leihwagen bestritten hatte, haben wir am Estering endlich den Motor für den Focus wieder in die Hände bekommen. Dieser wurde nach dem Estering-Rennen unverzüglich in das Fahrzeug verpflanzt, es bedurfte aber anschließend noch einer Menge an Änderungen, damit das gute Stück auch vernünftig atmen konnte, das heißt u.a. Ladeluftkühler höher einbauen, was nicht mit dem bisherigen  Schlossträger funktioniert, neuen Kabelbaum installieren, Leitungen und Kabel ändern usw.. Es war vor allem viel an der Elektronik zu tun, um den Motor wieder zum Leben zu erwecken, damit war vor allem Robert bis Donnerstag vor dem Lauf in Gründau schwer beschäftigt und permanent in Kontakt mit den Jungs von Trollspeed (www.trollspeed.se), die uns diesen Spaß beschert haben!! Nachdem am Freitag noch einer dieser netten Jungs von Trollspeed kurz bei uns vorbei geschaut hat, um motorentechnisch alles zu checken, sind wir ein bisschen die Straße hoch und runter gefahren, waren endlich ein bisschen entspannter, weil der Hobel toll gelaufen ist, mussten dann aber ein Problem an der nagelneuen Kupplung feststellen, die wir gerade erst eingebaut hatten.

Es war Freitag vor Pfingsten gegen 17:00 Uhr und der Focus war mit Kupplungsschaden kaputt während andere Teams bereits dabei waren, im ca. 460 Km entfernten Gründautal den Grill anzuschmeißen, was sollten wir machen?

Robert und ich haben uns kurz in die Augen geschaut und wir waren uns einig, ohne das Worte fallen mussten, das Auto war bereits wieder auf der Hebebühne und ich sagte, lass uns kurz den Schalt­hebel ausbauen, bevor wir das Auto hochnehmen, das haben wir gemacht, dann das Auto hochgefahren und dann lief es Schlag auf Schlag, Getriebe raus, Kupplung wechseln, Getriebe wieder rein, Unterfahrschutz festziehen usw.

Wir haben das Auto in den LKW befördert, es war alles gut, nur ein wenig später als geplant. Der LKW ist dann mit dem Focus gegen 22:00 Uhr Richtung Gründau aufgebrochen, der Rest der Truppe ist gegen 4:30 am Samstagmorgen gestartet. Die wie immer super nette und hilfsbereite Truppe vom MSC Gründautal um die Herren Laubach und Co. hatte einen Platz im Fahrerlager für uns reserviert und so konnten wir am Samstagmorgen Quartier beziehen, obwohl wir recht spät dran waren, die Wochenendbehausung aufbauen und waren endlich dort, wo wir seit Stunden hätten sein wollen. Ein paar Kleinigkeiten haben wir am Auto noch richten müssen, dann ging es auf zum freien Training, wo wir leider Gottes wie jedes Jahr eine Dreiviertelstunde warten mussten, bis es endlich zum Start ging. Was sich bereits angedeutet hatte, wurde wahr, die Lichtmaschine am Focus hatte den Geist aufgegeben und Jörg ist das Auto kurz vor dem Start ausgegangen, weil die Lüfter und die diversen Pumpen die eigentlich großzügig dimensionierte und nagelneue Batterie leergesogen hatten.

Damit gab es kein freies Training für Jörg, wir haben den Fehler nach ausgiebiger Suche diagnosti­zieren können, haben mit Hilfe des Teams all-inkl.com von René Münnich eine funktionierende Lichtmaschine verbauen können und das Auto für das Pflichttraining fertig bekommen. Jörg konnte endlich seine ersten Runden drehen, war sehr vorsichtig und ist etwas mehr als fünf Zehntelsekunden langsamer gefahren als Willi Streitler, aber mit viel Steigerungspotential nach vorn. Im anschließenden Vorlauf eins ließ man das Feld nach der 5-Sekunden-Tafel ewig stehen, bis schließlich Mandie August unabsichtlich kurz gezuckt hat und damit einen Frühstart verursacht hat.

Das Startprogramm hat schon jetzt für gleißende Hitze im Motorraum gesorgt. Dann kam der zweite Versuch, wieder dauert es ohne Grund unendlich lange, bis der Start freigegeben wird. Jörg gewinnt den Start souverän, fährt vorne weg und dann platzt plötzlich in der dritten Runde ein Schlauch (High-Quality, aber auch das nützt nichts, wenn man ohne Grund die Autos 20 Sekunden grundlos im Drehzahlbegrenzer stehen lässt) zwischen Turbolader und Ladeluft­kühler und Jörg bricht den Lauf in Führung liegend ab.

Ohne Zeit in Vorlauf eins hat Jörg den Start im zweiten Vorlauf erneut gewonnen, auch wenn ihm das Auto, kaum zu merken, am Start ein wenig eingebrochen ist. Er ist dem Feld deutlich voraus gefahren, ist am Hubschrauberlandeplatz in Runde zwei ein wenig nach außen auf die dreckige Spur gekommen und hat nach dem Umsetzen von rechts in die Linkskurve wie gewohnt den Stempel voll auf das Bodenblech gedrückt, durch die Modifikationen am Motor und der Elektrik gab es aber kein “Turboloch“ mehr und das Auto ist auf der Hinterachse ausgebrochen. Jörg ist dadurch links in die Streckenbegrenzung gefahren und hat sich überschlagen. Jörg ist zum Glück nichts passiert, das Bergen des Autos hat sich schwieriger gestaltet als notwendig und der Focus ist nach kurzer Durchsicht nach Ankunft im Fahrerlager auf dem Abschleppwagen als wenig betriebsbereit gesichtet worden.

Wir werden kurzfristig beschließen, wie alles weiter geht, ob den neuen Focus fertig kriegen oderden alte, vielleicht haben wir dann das neue Auto zum DM-Finale auf dem Estering soweit fertig, dass wir dort fahren können und die noch ausstehenden Modifikationen gründlich analysieren können, um das Auto über den Winter wieder zu einem Siegfahrzeug zu entwickeln es ist alles offen und entscheidet sich die nächsten Tage.
Die Zitrone ist zwar nach wie vor  schwer beschädigt, sollte aber demnächst wieder soweit gerichtet sein, dass das Auto in der zweiten Hälfte der Saison wieder mit von der Partie sein wird.

An dieser stelle noch mal vielen herzlichen Dank an Frank, Henrik und Tommy von Trollspeed für die super Unterstützung beim Motor und natürlich auch an den Rest des Teams die uns geholfen haben den Focus nach Gründau zu bringen und wir hoffen natürlich auf viele helfenden Hände damit wir bald wider mit den Autos am Start den ohne helfende Hände geht es nicht!

BBZ

Bilder: © Ralf Hofacker/www.racpic.com

 

Tolles Wetter und ein tolles Wochenende

Nachdem Jörg in Oschersleben auf einen Leihwagen zurück greifen musste wurde uns nach Nachrichten aus Schweden klar, dass das auch für den Estering gelten sollte. Da es am Golf aus dem Hause von Rene Münnich ein kleines Problem gab, wurde kurzfristig umgestellt, statt des Golfes ist Jörg mit einem Mitsubishi aus dem gleichen Haus an den Start gegangen, ein Fahrzeug der Art, mit dem er bereits 2004 den Titel in der Königsklasse hatte erringen können. Bei bestem Wetter machten wir uns am Freitag-Nachmittag auf in Richtung Estering. Nachdem wir unser Wochenend-Domizil aufgebaut hatten, warteten wir auf das, was uns am Wochenende erwarten sollte.

Das Training am Samstag-Nachmittag hat Jörg genutzt, um sich mit dem Auto vertraut zu machen, hat eine gute Zeit zustande bekommen und hat nach der besten Reaktion am Start einen schönen ersten Qualifikationslauf gefahren, mangels Leistung des Fahrzeuges (Straßenwagen) aber keine Top-Zeit fahren können. Die Vorläufe zwei und drei verliefen ähnlich, jeweils ein guter Start und eine schnelle Fahrt, Jörg hat das Auto am Limit bewegt und das beste heraus geholt, was mit diesem Auto angesichst des Leistungsdefizits möglich war. Im Finale hat Jörg dann erneut richtig Gas gegeben und ist seine persönlich schnellste Runde gefahren, Platz drei und 15 Punkte waren das erfreuliche Resultat.

Nachdem wir am Samstag den lange vermissten Motor für den Focus wieder bekommen haben, wird die Geschichte mit den Leihwagen für dieses Jahr ein Ende haben, der Focus von Jörg wird noch in dieser Woche mit dem guten Stück vereint, für Gründau werden wir den Focus auf jeden Fall fertig haben und Jörg wird dort mit Sicherheit nicht in der Gegend herum stehen!

Bei mir gab es ein paar Eingewöhnungsprobleme mit dem überholten Getriebe, hatte im Training das ein oder andere Problem, das Auto vernünftig zu nutzen und bin über eine fünfte Zeit nicht hinaus gekommen. Im ersten Lauf lief es sehr gut, die sicherlich schnelleren Uli Riese und Ralf Goltz mussten mit technischen Problemen die Segel streichen und ich habe den Lauf auf Nummer Sicher auf Rang drei beendet. Nach einem Katastrophenstart im zweiten Vorlauf bin ich hinter Klaus Butenschön fest gehangen, der auf den geraden Stellen sauschnell war, in den Kurven aber langsamer als ich, ein Überholen war nicht möglich, eine lediglich siebte Zeit war das Resultat. In Vorlauf drei habe ich den Start ein bisschen besser erwischt, konnte nach einer zügigen Fahrt hinter Uli Riese und Stefan Ahlfeld erneut eine drittschnellste Zeit fahren. Im Finale bin ich gut von Start weggekommen, bin auf Platz drei auf die Gerade gegangen, habe aber das Überholmanöver von Sven Kobow Ende der Geraden nicht fair kontern können, habe das Auto auf der Hinterachse ein bisschen verloren, habe mich mit wenig Speed auf den Weg Richtung Höhengerade gemacht, im Spiegel rechts Klaus Butenschön gesehen, der besser aus der Kurve gekommen ist und eigentlich rechts an mir hätte vorbei ziehen sollen. Klaus ist leider ein bisschen zu weit links gefahren, ich war bereits links an der Leitplanke, dann hat er plötzlich noch einmal ohne Absicht etwas nach links gelenkt, dann kam es zum Knall, ich bin in die Streckenbegrenzung geknallt, Ende für mich, Auto schwer beschädigt und Feier­abend mit einem achten Platz.

Alles in allem war es ein tolles Wochenende, zusammen mit den Fahrern der belgischen Meister­schaft, viele tolle Autos und ebenso tolle Fahrer. Jörg hat mit dem Mietwagen erneut das bestmögliche herausgeholt und reichlich Punkte in der Meisterschaft gesammelt. Ab Gründau wird Jörg wieder seinen Focus einsetzen können, dann geht der Spaß wieder richtig los, dann sollte das North-Racing-Team auch wieder um den Sieg mitkämpfen können. Jörg und ich möchten uns für die tolle Betreuung durch die zahlreich erschienene und gewohnt fleißige Crew (Catering Heike, Julia und Katrin, Schrauber Robert, Matthias, Tobias und Leif) bedanken. Da an den Autos so gut wie nichts kaputt gegangen ist, konnten unsere Begleiter auch ein bisschen Sonnenschein und Rennaction genießen, insgesamt also ein rundum gelungenes Wochenende.

P.S. Die Geschichte mit den Belgiern sollte der ACN unbedingt wiederholen, ich fand es selber super (die Division 3 hatte es mir besonders angetan) und habe am ganzen Wochenende nur positive Kommentare vernommen.

BBZ

© Bilder: www.rallycross-em.com

Oschersleben 20/21.03.10

Spät dran wie immer aber am Ende doch wieder ein Erfolg für Jörg

Wie bereits in den Vorberichten zur Saison erwähnt, war dieser Winter unerwartet hart und lang. Zum Glück für die Rallycrossgemeinde ist eine Woche vor dem Saisonauftakt der Winter abgezogen und hat den Weg frei gemacht für eine interessante Saison 2010. Wir haben den ganzen Winter über fleißig gearbeitet, nachdem wir nach Jörgs Meistertitel eine doch recht enttäuschende Saison 2009 hinter uns hatten, in der wir den Fehler an der Elektronik des Focus einfach nicht haben finden können. Der Motor wurde Anfang des Jahres in gute Hände gegeben, ansonsten haben wir den Focus über den Winter soweit revidiert und ein wenig überarbeitet, damit er gut funktionieren sollte, nebenbei sind wir mit dem neuen Focus ein gutes Stück voran gekommen. Nachdem wir mal wieder ein bisschen spät mit der Entscheidung dran waren, was wir mit dem Motor anstellen, wurde die Zeit wieder einmal unerwartet knapp. Nachdem wir die Nachricht bekommen hatten, dass alles bestens wäre, aber der Kabelbaum aus dem Ausland noch ein paar Wochen auf sich warten lassen würde, hatte das Team, bis auf Jörg, den Saisonauftakt in Oschersleben bereits abgeschlossen.

Nach dem man von Jörg über Monate fast kein Lebenszeichen wahrgenommen hatte, ging es zwei Wochen vor dem Saisonauftakt auf einmal wieder los, Jörg war heiß, hat sich bei uns teilweise mehrmals täglich gemeldet und wir haben beratschlagt, wie man denn vorgehen sollte, um beim Saisonauftakt fahren zu können. Nach einigen Ideen von Jörg, die uns nicht wirklich gefallen haben, gab es auf einmal die Lösung, dass Jörg auf einem Leihwagen aus dem Hause von René Münnich, dem zuletzt schnellsten deutschen Division-1-Fahrer, würde starten können, welcher es dann sein würde, war zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Am Donnerstag vor dem Saisonauftakt hat sich dann die Situation konkretisieren lassen, Jörg durfte dank der Großzügigkeit von René Münnich seinen Golf in Oschersleben bewegen.

Nachdem am Donnerstagabend die nötigsten Dinge wie Werkzeugkiste, Schlagschrauber etc. zusammengepackt wurden, Jörgs Sitz und Lenkrad aus dem Focus ausgebaut wurden, ging es doch noch entgegen unserer Erwartungen am frühen Samstagmorgen auf Richtung Oschersleben.

Nachdem am Auto für Jörg nichts Elementares umgebaut werden musste, hat er sich am Samstag recht schnell heimisch in dem Auto gefühlt. Das Zeittraining absolvierte Jörg auf Platz drei, hat sich gut an das Auto gewöhnt, in Vorlauf 1 reichte es dank ungeahnter Unterstützung aus Österreich sogar zu einer zweitbesten Zeit. In Vorlauf 2 ist Jörg auf Rang 4 eingelaufen und man hat sich entschieden, um einen Start im Finale zu sichern und das geliehene Auto nicht mehr als notwendig zu strapazieren, auf einen Start in Vorlauf 3 zu verzichten. Im abschließenden Finale gab es dann ein rundenlanges Duell zwischen dem sympathischen Österreicher Willy Streitler und Jörg, den Jörg in der vorletzten Runde für sich entscheiden konnte und schlussendlich davon profitieren konnte, dass dem ebenso freundlichen Ignaz Schneider ein technisches Problem ereilt hat, mit dem er die beiden Kämpfer Jockel und Streitler passieren lassen musste.

Insgesamt war es ein Saisonauftakt, der mal wieder viel zu früh kam, und eigentlich für Jörg nur noch durch die äußerst freundliche Unterstützung seines 2008er Hauptkonkurrenten René Münnich, mit dem er in der Saison 2008 auf hohem Niveau um den Titel der Division 1 gekämpft hat, einen solch positiven Verlauf genommen hat und wertvolle 17 Punkte beschert hat. Irgendwann sollte es doch mal wieder möglich sein, dass auch wir zu Saisonbeginn mit eigenem Material um die vordersten Plätze kämpfen können. Wir geloben Besserung aber bald kommt der zweite Lauf auf dem Estering und noch fehlen uns ein paar Kleinigkeiten…

Wir arbeiten weiter hart und sind uns sicher, beim nächsten Rennen mit einem konkurrenzfähigen Focus am Start sein zu können.

BBZ

Bilder © www.rallycross-em.com

Bits und Bytes - Die Enttäuschung sitzt tief

Im letzten Zwischenbericht haben wir angekündigt, trotz einiger privater Probleme, auf jeden Fall den EM Lauf vor heimischer Kulisse fahren zu wollen. Wir haben fieberhaft auf den 15.-16. August hingearbeitet, das ein oder andere Detail verbessert, was uns bisher noch nicht gefallen hat, vor allem aber haben wir uns um die ominösen Aussetzer des Motors vom DM-Lauf auf dem Estering gekümmert, nachdem das Auto beim Lauf zuvor in Oschersleben tadellos gelaufen ist. Das Team hat es noch nie erlebt, dass ein Fehler über Monate nicht zu finden war und haben zwischenzeitlich ein anderes Fehlerbild bekommen, als direkt nach dem Estering. Die Telefonrechnungen von Robert und Jörg dürften aufgrund von unzähligen Telefonaten mit unserem Guru (Marco Henker) und nach Norwegen üppig ausfallen. Wir haben alles getauscht, was in irgendeiner Weise den Fehler verursachen könnte und haben den Fehler nicht gefunden. Letztes Wochenende waren wir uns mit den Experten einig, dass es nur noch das Steuergerät sein kann.

Wer Jörg kennt, weiß um eines seiner Lebensmottos, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Da die Versendung irgendwelcher Komponenten durch die fortgeschrittene Zeit nicht mehr möglich war, hat Jörg sich am Montag ins Auto gesetzt und ist mal eben nach Norwegen gefahren. Hierzu ein Zitat von Birgit Schanche „Es ist immer wieder unglaublich, wie unsere Männer tausende von Kilometern fahren können, ohne mit der Wimper zu zucken.“ An dieser Aktion hat das Team gesehen, dass Jörg heiß auf den EM-Lauf ist. Am Dienstagabend kam er mit identischem Steuergerät zurück, wir haben es verbaut, das mittlerweile in Fleisch und Blut gegangene Testprozedere durchgezogen und waren alle platt - genau das Fehlerbild, das wir vorher hatten. Wir haben wieder telefoniert, probiert und gemacht, keine Chance. Das gleiche am Mittwoch, bis es so dunkel war, dass wir nichts mehr probieren konnten. Am heutigen Donnerstag hat Jörg das Auto in Absprache mit unserem Guru noch einmal getestet, das Auto läuft kurzfristig zwar super aber die Gefahr eines Motorschadens ist eher sicher als hoch wahrscheinlich.

Lange Rede kurzer Sinn, heute morgen gegen 11:00 Uhr hat Jörg das Team informiert, dass wir die Segel streichen. Er war hörbar traurig als er uns diese Mitteilung kundgetan hat hatte. Wir Schrauber hatten schon seit letztem Wochenende eine schlimme Vorahnung, waren aber plötzlich wieder voller Zuversicht als wir von Jörgs „kleinem“ Skandinavientrip gehört hatten. Jetzt sind auch wir traurig, enttäuscht und ausgepowert, über Monate haben wir alles versucht und dann das Ziel nicht erreicht, das tut uns im Moment allen sehr weh. Aber wir lassen die Köpfe nicht hängen, nächste Woche Dienstag beginnt bei uns die Saison 2010, wir werden Gas geben, nicht nur in der Halle sondern in 2010 auch wieder auf der Strecke. Wir wünschen allen Lesern viel Spaß und hoffentlich „etwas“ besseres Wetter als beim letzten EM-Lauf auf dem Estering.

BBZ

Sparsaison 2009 - wir holen Kraft für die Saison 2010

Derzeit ist es ein bisschen ruhig um uns geworden. Nach dem Lauf auf dem Estering im April haben wir zwei „kranke“ Autos zurück in die Halle bringen müssen. Beim Focus von Jörg haben wir ein Problem in der Peripherie des Motors diagnostizieren müssen, bei der Zitrone ist nach zwei Läufen mit völlig fertigen Reifen in Vorlauf drei mit guten Reifen nach gewonnenem Start und Aussicht auf eine schnelle Zeit zuerst der zweite, und dann der dritte Gang verendet, damit war auch hier Feierabend, da die umherfliegenden Zähne ansonsten noch die Sperre hätten beschädigen können.

Seit dem Estering sind wir auf der Fehlersuche am Focus, mittlerweile haben wir über Wochen alle Teile rund um den Motor gewechselt, haben alles probiert, demontiert, ersetzt und haben den Fehler trotz diverser Telefonate mit unserem Guru nicht finden können. Am 18.06.2009 war es dann endlich soweit, der Fehler, den wir am Samstag zuvor als letztes mögliches Übel eingestuft hatten, hat sich als Ursache für die Aussetzer heraus kristallisiert. Endlich ist der Focus wieder so gelaufen, wie wir es aus der Meistersaison 2008 gewohnt waren - ohne technische Komplikationen -. Das war ein hartes Stück Arbeit, wir haben gesucht und gesucht und viele Details gefunden, an denen es hätte liegen können aber nie hatten wir Erfolg, nerviges Gesuche aber endlich Klarheit...

Derzeit hat Jörg leider beruflich und familiär so viel um die Ohren, dass er wahrscheinlich 2009 keine weiteren DM-Läufe bestreiten wird (eventuell steht Gründau noch auf dem Plan), ein Start beim EM-Lauf im August auf dem Estering versuchen wir jedoch noch zu realisieren, wohl wissend, dass die Trauben dort sehr hoch hängen. Das Getriebe der Zitrone ist ausgebaut und wird in den nächsten Wochen wieder hergestellt und eingebaut sein. Ich werde definitiv beim nächsten DM-Lauf auf dem Estering am Start sein, die Teilnehmerzahlen sind ja in der Division 5 leider wieder ein wenig zurück gegangen, da möchte ich gerade beim Heimrennen nicht einer der Schuldigen sein.

Nebenbei haben die Pläne von Robert über eine Rückkehr in die DM mittlerweile sehr konkrete For­men angenommen, es sind zumindest bereits konkrete Bestellungen getätigt worden, in den nächsten Wochen sollte der Aufbau des Autos losgehen. Da wartet noch eine Menge Arbeit auf uns aber wir konnten uns mit Leif um einen weiteren sehr engagierten Schrauber verstärken, neben Robert der zweite im Team, der wirklich Ahnung von der Materie hat, nicht so ein Schreibtischtäter wie Matthias, Tobias oder ich.

Wir wünschen neben der Behebung unserer kleinen Problemchen an den Autos vor allem unserem lieben Rallycross-Kollegen René Münnich eine gute und möglichst schnelle Genesung von seinen Verletzungen, warum der Veranstalter diese schweren Verletzungen nicht vorab durch eine dringend notwendige rote Flagge nach dem „Parken“ von Eklund auf der Ideallinie vermieden hat, ist uns allen nach wie vor ein Rätsel.

Das North-Racing-Team wünscht allen Lesern dieser Zeilen einen tollen Sommer und eine schöne Urlaubszeit, mit besten Grüßen, 

BBZ

 

Ein Wochenende zum vergessen, aber Jörg trägt es mit Gelassenheit

Nach dem ersten Lauf in Oschersleben haben wir uns sofort an die notwendigen Reparaturen am Focus von Jörg gemacht. Die nach dem Knutscher des Reifenstapels defekte Lenkung haben wir ersetzt und auch die notwendigen Reparaturen an der Karosserie nach dem Einschlag in die Wasserbarriere durchgeführt. Der Focus war damit endlich einmal wieder rechtzeitig zum Rennen fertig. Leider haben wir sehr lange auf die neuen Felgen, die wir bereits vor Ostern hätten haben sollen, warten müssen. Am Freitag kam dann endlich die Nachricht, dass die Felgen angekommen sein sollen. Nachdem wir am Freitag bei strahlendem Sonnenschein wie gewohnt unsere Wochenendbehausung aufgebaut hatten, sind Robert und Jörg nach einigem Messen und Probieren in die Halle abgedüst, um die notwendigen Modifikationen für die Montage der neuen Felgen vorzubereiten. In der Zwischenzeit habe ich bei der Zitrone, in Ermangelung der vor Wochen bestellten (und im März bezahlten) Antriebswelle ein bisschen tricksen müssen, um mit dem dreiviertel fertigen Gerät überhaupt fahren zu können, mit ein wenig Erfindergeist war das aber kein großes Problem. Robert ist dann am Freitagabend mit den notwendigen Teilen zurück gekommen und wir haben den Focus mit einigen Kniffen auf die neue Rad-Reifen-Kombination umgestellt, gegen 21:45 stand das Auto dann wieder auf den Rädern.

Der Samstag verlief gewohnt ruhig, beide Autos sind ohne Komplikationen durch die technische Abnahme gekommen, so nach und nach verflüchtigten sich die Teammitglieder wegen beruflicher oder privater Verpflichtungen. Am Sonntag gab es dann am Focus im freien Training das ein oder andere Problemchen, musste offensichtlich sein, damit man aus dem Arbeitstrott nicht heraus gerissen wird. Bis zum Zeittraining hatten wir zwar fast alles im Griff, aber Jörg konnte nicht voll fahren, da wir eine Kleinigkeit offensichtlich noch nicht im Griff hatten. Leider gesellte sich zu diesem Problem noch ein weiteres Elektronikproblem, so das Jörg nach tollem Start von der Linie weg den Lauf nicht voll fahren konnte und sich mit einer vierten Zeit begnügen musste. Wir waren fieberhaft auf Fehlersuche, haben den Fehler nach und nach auch eingrenzen können, konnten ihn aber mangels Ersatzteilen nicht beheben. Jörg konnte die Qualifikationsläufe nicht so problemlos bestreiten, wie aus dem letzten Jahr gewohnt, da wir den Fehler nicht haben beheben können, der Motor wollte einfach nicht so laufen, wie üblich und kaputt machen wollten wir ihn nicht. Ein Start im A-Finale wäre nach Rücksprache mit unserem Motoren- und Getriebe-Guru Marco Henker möglich, so lange der Motor sauber läuft. Wir haben beschlossen, im Finale zu starten, vorsichtig mit dem Motor umzugehen und noch ein paar Punkte für die Meisterschaft zu retten. Jörg ist dann sehr vorsichtig gestartet, hat in den Motor hinein gehorcht und ist dann nur so schnell gefahren, wie der Motor es zugelassen hat. Drei Runden konnte er mit dieser Fahrweise Herbert Stenger ordentlich unter Druck setzen, bis dann die Probleme wieder aufgetaucht sind und sich auch noch ein Teil der Kraftübertragung verabschiedet hat. Schlussendlich reichte es noch zu einem vierten Platz, mehr war definitiv nicht zu holen aber damit sind wir am Ende sehr gut bedient.

Ich wollte ja in Anbetracht des erneut in meinen Augen völlig fehlgeschlagenen Terminplans, finan­zieller Umverteilung meines Budgets in ein anderes Projekt (nichts mit Motorsport) und der fehlenden Zeit, die Zitrone in einen wettbewerbsfähigen Zustand zu versetzen und mich um mein Gespann zu kümmern, eigentlich 2009 gar nicht fahren. Nachdem ich Ende letzten Jahres die Zitrone von den Unfallschäden in Gründau geheilt hatte, habe ich mich Anfang des Jahres entschlossen, wenigstens zu Hause die Läufe zu fahren. Da ich derzeit nicht bereit bin, ernsthaft Geld in die Hand zu nehmen, um vernünftige Reifen etc. zu kaufen, habe ich am Sonntag meine Lektion erteilt bekommen. Mit nahezu untauglichen  Reifen bin ich sowohl im Training als auch in den ersten beiden Vorläufen mit wenig berauschenden siebten und einer achten Zeit abgeduscht worden. Die Division 5 ist mittlerweile so stark, dass es einfach nicht mehr funktioniert, mit schlechtem Material vorn mitzumischen. In Vorlauf drei habe ich mich dann entschlossen, meine angefahrenen Yokohama Regenreifen strotz strahlendem Sonnenschein zu opfern, konnte den Start in meiner Gruppe gewinnen, war erheblich schneller als in den Läufen zuvor, doch dann hat mein Getriebe mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der dritte Gang ließ sich noch teilweise einlegen, der zweite gar nicht mehr, wenn ich ihn kurz mal erwischen konnte, konnte ich den Schalthebel schlussendlich nicht mal mehr festhalten, bis er wieder heraus gesprungen ist, toller Lauf im Eimer und Feierabend für dieses Wochenende.

Insgesamt war es ein nicht wirklich berauschendes Wochenende für uns, man könnte auch sagen „alles Mist, aber die Sonne hat geschienen und das Essen war lecker“, denn mit unserer Catering-Chefin Miriam wurden wir in kurzer samstäglicher Anwesenheit Ihrer mittlerweile zwei Monate alten Tochter wie gewohnt kulinarisch verwöhnt. Wie eigentlich alle erwartet hatten, konnte der Zeitplan nicht im Ansatz eingehalten werden, am Ende war man sage und schreibe drei Stunden hinter dem Zeitplan her. Eine Eintagesveranstaltung mit einer derart hohen Starterzahl kann nun mal nicht funktionieren, wobei der Veranstalter noch Glück hatte, dass es kaum Unfälle und nur sehr wenige Ausfälle gegeben hat, ansonsten hätte sich alles noch mehr verzögert. Das Team vom ACN kann nichts dafür, war wie immer super organisiert, hat wie immer tolle Arbeit geleistet, nur ist es schon rein mathematisch gar nicht möglich gewesen, den veröffentlichten Zeitplan durchzuziehen. Damit hat sich der Veranstalter leider keinen Gefallen getan, wo man auch hin hörte, haben sich Fahrer und Betreuer beschwert, vor allem für unsere dänischen Gäste, die abends noch nach Skandinavien zurück mussten, ist eine Siegerehrung um 21:00 Uhr kein wirkliches Vergnügen. Es macht immer Spaß, die Doppelveranstaltung mit den Dänen zu fahren aber es wäre noch schöner, wenn man eine solche Doppelveranstaltung als Zweitagesveranstaltung durchführen würde, ansonsten besteht eventuell die Gefahr, dass irgendwann ein Tag ausreichen könnte, weil sich Fahrer mit langen Anfahrtswegen den Weg an die Este schenken könnten. Wir waren jedenfalls gegen 22:00 zurück an der Halle, werden am Dienstag dann wie gewohnt mit den Reparaturen am Focus beginnen, damit uns solche Kapriolen wie auf dem Estering in Nysum erspart bleiben. Aber der Focus ist letztes Jahr super standfest gelaufen, nach dem Titelgewinn darf er auch mal ein wenig herum zicken, bis zum Lauf in Dänemark sollten wir ihn wieder in Topform haben.

BBZ

 

Herzlichen Glückwunsch zum 40. vom North-Racing-Team

Kinder wie die Zeit vergeht... Kaum ist unser Robert aus den Kinderschuhen heraus, hat sich in seinen jungen Jahren ein wenig das Leben angeschaut und eine nette Familie gegründet, wird er plötzlich 40 Jahre alt. Der derzeitige Chefmechaniker des North-Racing-Teams, ehemalige Topfahrer in der Rallycross-DM und konkret geplanter „Bald-wieder-Fahrer“ wird am Ostermontag tatsächlich 40. Alle Mitglieder des North-Racing-Teams wünschen Robert für seinen neuen Lebensabschnitt als mittler­weile nicht mehr ganz so jungem Mann alles Gute, ihm und seiner Familie vor allem alle erdenkliche Gesundheit und die Erfüllung all seiner künftigen Wünsche. Der geistige Vater und Entwickler des Meisterfocus von Jörg wird uns auch in seinem nun fast biblischen Alter als Cheftechniker, Motivator, Organisator und Retter in der Not zur Seite stehen, konkrete Pläne für eine Rückkehr als Fahrer (mit DMSB-Seniorenlizenz) sind so gut wie fertig, einzig die Zeit ist derzeit ein bisschen knapp, wenn man den Focus von Jörg betreut und nebenbei an einem weiteren Großprojekt werkelt.

Der besagte Focus ist nach den kleinen Berührungen von Reifenstapel und Wasserbarriere im Finale in Oschersleben wieder fit, ein defektes Lenkgetriebe musste ersetzt werden und die Schäden an der Karosserie mussten beseitigt werden aber dafür haben wir ja mit Matthias, dem teamintern  sogenan­nten „Plastikpfuscher“, jemanden, der nicht verzagt, auch wenn handtellergroße Stücke im Kotflügel einfach mal fehlen. Die vor Oschersleben bereits angekündigte Neuerung hat zwar überwiegend wunderbar funktioniert, bedurfte aber noch einiger Modifikationen, die man erst im Renngeschehen wirklich diagnostizieren kann, die erkannte Schwäche sollte aber soweit behoben sein. Auch die Zitrone ist wieder halbwegs zusammengesteckt (eigentlich fertig, wenn man denn endlich längst bezahlte Ersatzteile auch mal geschickt bekommen würde...), so dass wir mit zwei gelben Autos auf dem Estering antreten werden. Mit unseren Kollegen aus der Dänischen Meisterschaft zusammen, kann man darauf hoffen, dass es, wie im vergangenen Jahr, erneut eine tolle Veranstaltung mit einer hohen Anzahl an Startern geben wird.

Das North-Racing-Team wünscht Robert noch einen tollen 40. Geburtstag, allen Lesern dieser Zeilen einen schönen Rest vom Osterfest und wir würden uns natürlich freuen, den einen oder anderen Leser am nächsten Wochenende auf dem Estering wieder zu sehen. Bis nächste Woche, Euer

North-Racing-Team

 

Eiskalt wie immer, aber ein Jörg zum Genießen

Wie eigentlich jedes Jahr, war auch dieser Winter am Ende ziemlich kurz. Obwohl wir sofort nach dem Saisonfinale in Gründau mit den Vorbereitungen für die Zukunftbegonnen haben, wurde am Ende die Zeit wie eigentlich immer ein bisschen knapp. Robert, Matthias und ich haben uns Ende der Saison ein bisschen um ein anderes Projekt gekümmert, haben dann aber Anfang des Jahres diese Arbeiten eingestellt, um den Focus von Jörg wieder vernünftig auf die neue Saison vorzubereiten. Jörg hat sich neben vielen Projekten in seiner Firma ein bisschen um den LKW gekümmert, damit auch der wieder gerüstet ist. Eine Revision vieler Teile am Focus wurde von uns absolviert, um nach Möglichkeit erneut ohne technische Defekte ausfallen zu müssen, darüber hinaus haben wir noch die ein oder andere Idee, die wir bereits in 2008 im Kopf hatten, in die Tat umgesetzt. Am letzten Dienstag waren wir dann soweit, dass wir uns in der Lage gesehen haben, mit vernünftigem Material in Oschersleben an der Spitze mit fahren zu können. Am Freitag gegen Mittag ging es auf die Autobahn Richtung Motor­sportarena Oschersleben. Dort angekommen, haben wir unser gesamtes Equipment in die Box verfrachtet, die wir Dank der Kollegialität unseres Sportsfreundes Andreas Schrader noch kurzfristig bekommen haben. Nach einer erneut sehr spannenden Fahrerbesprechung kam es dann zu den Trainingsläufen, die Jörg für uns etwas überraschend von Anfang an voll gefahren ist, in einer Manier, die wir von ihm so eigentlich im Training noch nie gesehen haben. Die Zeiten in den freien Trainings waren gut, im abschließenden Zeittraining hat sich leider die Arretierung des Kupplungs­zuges gelöst, was Jörg dann leider doch ziemlich erheblich auf der Strecke behindert hat.

In Vorlauf eins konnte Jörg den Start deutlich gegen die zweiradgetriebeneKonkurrenz gewinnen, ist wieder sehr zügig unterwegs gewesen und hat den Focus zur zweitschnellsten Zeit in der Division 1 getrieben. In Vorlauf zwei hat es erneut zu dieser Platzierung gereicht, angesichts der Tatsache, dass Rene Münnich kaum zu schlagen sein würde, Herbert Stenger den Wissel-Focus bereits in Vorlauf eins ohne Fremdeinwirkung in die Reifenstapel gefeuert hat und somit in Vorlauf eins und zwei (wegen der Reparaturarbeiten) ohne Zeit geblieben ist, hat Jörg Startplatz zwei bereits zu diesem Zeitpunkt sicher, weshalb wir uns entschieden haben, auf den dritten Vorlauf zu verzichten. Wir haben uns an die Arbeit gemacht, den Focus bereits für das Finale vorzubereiten, eine wie in Oschersleben leider gewohnt ewig währende Pause von vier Stunden sollte folgen. Kurz vor dem Finale zogen dann bei nach wie vor heftigem Wind dunkle Wolken über den Motopark, was uns veranlasst hat, unser Begleitfahrzeug in Form von Roberts Audi mit Regenreifen, Schlagschrauber, Drehmomentschlüssel etc. voll zu stopfen. Der befürchtete Regen ist ausgeblieben und wir warteten ein wenig nervös (Robert hat mittlerweile begonnen, Kabelbinder zu kauen...) auf das Finale der Division eins.

Nachdem es nach elendig langer Pause endlich losgehen sollte, war der Übergang vom 5-Sekunden-Schild bis zum Erlöschen der Ampel ungewohnt kurz, ein bisschen zu kurz für Jörg, denn er konnte den Focus so schnell nicht in die notwendigeDrehzahlregion bekommen, sofortiges Einbrechen kurz nach der Startfreigabe war die leider bittere Überraschung für uns, die einen guten Start erwartet hatten. Jörg musste das Finale auf Platz vier aufnehmen, konnte bereits in Runde eins Ralf Wilhelm überholen und sich sofort direkt an Herbert Stenger heranfahren. Was jetzt kam, war Rallycross vom Feinsten und wir hatten eine Riesenfreude an der Fahrt von Jörg. Bereits Ende der ersten Runde setzt sich Jörg eingangs der Zielgeraden innen neben Stenger und versucht sich mit deftig qualmenden Reifen innen an Stenger vorbei zu bremsen. Für ein paar Meter hat es funktioniert, Jörg war dabei allerdings etwas jenseits des Limits, konnte den gewollten Kurvenradius nicht ganz halten und musste Stenger wieder vorbei ziehen lassen. Stenger machte überall die Linie dicht, war vor allem im Schotter viel zu langsam aber auf den nach außen gefahrenen „Marmeln“ war ein Überholen für Jörg auch dort nicht möglich. Es blieb nur die Spitzkehre als Überholmöglichkeit. Jörg hat es dort noch mehrfach spektakulär versucht, bis er in der vierten Runde den Reifenstapel innen getroffen hat, um Stenger nicht ins Auto zu fahren. Dabei hat sich das Lenkgetriebe fast und die Servolenkung ganz verabschiedet, von Blessuren an der Karosserie mal abgesehen. Jörg quälte sich die letzten beiden Runden um den Kurs, wir haben gesehen, wie schnell Ralph Wilhelm aufschließen konnte und erwarteten ein Überholmanöver in der letzten Runde. Jörg hat Wilhelm im Spiegel gesehen, noch mal alles aus dem weidwunden Auto herausgeholt und ist die Zielgerade trotz defekter Lenkung noch einmal mit Vollgas herunter gebrettert, hat damit Platz drei halten können, konnte dann aber die künstliche Schikane aus Wasserbehältern nach der Zielflagge nicht mehr durchfahren und hat mit stehenden Rädern eines dieser Elemente in Stücke gerissen. Insgesamt ein packendes Finale trotz des leider verkorksten Starts. Was vielleicht noch anzumerken wäre ist die Tatsache, dass Stenger sich in Gründau bei jedem der es hören wollte oder auch nicht darüber beschwert hat, dass Jörg für die Rechtskurve nach dem Start als Führender auch nach rechts eingelenkt hat, in diesem Finale aber auf der Geraden selber massiv die Richtung gewechselt hat und Jörg damit ziemlich in Bedrängnis gebracht hat. Wenn man so fährt, sollte man den Mund nicht so weit aufmachen und unsachliche Schilderungen auf seine Homepage stellen.

Als Robert nach dem Rennen den Focus aus dem Parc Fermé geholt hat, hat er uns berichtet, dass sich das Auto eigentlich gar nicht mehr lenken lässt, er hat es nur mit großer Kraftanstrengung geschafft, dass Auto zur Box zu holen. Wir werden bereits am Dienstag nach dem Rennen mit den doch diversen notwendigen Reparaturen beginnen, um rechtzeitig für die erste Heimveranstaltung dieser Saison auf dem Estering gerüstet zu sein. Wenn man sich daran erinnert, wie zurückhaltend Jörg letzte Saison in Oschersleben gefahren ist, dann aber auf dem Estering deutlich besser fahrend gewonnen hat, machen wir uns angesichts der tollen Vorstellung von Jörg bei diesem Rennen überhaupt keine Sorgen um das Rennen auf dem Estering. Sollte er sich dieses Jahr zum Estering erneut noch ein bisschen steigern können, werden wir einen spektakulären Jörg Jockel erleben. Wenn die Arbeiten am Focus erledigt sind, werde ich mich um die restlichen Arbeiten an der Zitrone kümmern, damit wir wenigstens bei den Heimrennen als Duo auftreten werden aber Robert hat mittlerweile auch konkrete Pläne, ein neuen Renner aufzubauen und auf die Strecken zurück zu keh­ren. Zu Oschersleben kann man nur zusammenfassend sagen, dass der Zeitpunkt vor allem witte­rungs­bedingt einfach zu früh im Jahr ist und der Veranstalter mit der Ausrichtung eines Rallycross­Rennens, wo die (in Oschersleben regelmäßig nicht vorhandenen) Zuschauer eigentlich Starts am laufenden Band gewohnt sind, hoffnungslos überfordert ist. Eine Veranstaltung mit 31 Rallycrossern und einem guten Dutzend Trophy-Autos, die um 8:00 Uhr beginnt, sollte nicht erst gegen 18:00 zu Ende sein, 10 Stunden guckt sich kein Zuschauer bei winterlichen Wetterbedingungen eine Veran­staltung an, die fast ausnahmslos aus Pausen besteht.

BBZ

Erfreuliche familiäre Änderungen im North Racing Team

Die Saison 2008 ist vorbei, das große Ziel erreicht, wir widmen uns wieder den dringend notwendigen Winteraufgaben, ohne deren gewissenhafte Erledigung ein Deutscher Meistertitel niemals möglich gewesen wäre. Aber es gibt ja nicht nur Autos im Leben. Beim Saisonfinale in Gründau haben alle Mitglieder des Teams einen DIN A5-Umschlag von Miriam oder Tobias zugesteckt bekommen. Obwohl wir bereits ein paar Gerüchte vernommen hatten, waren wir doch etwas überrascht aber natürlich sehr erfreut, dass unser jahrelang treuer und sehr engagierter Schrauber Tobias und unsere ebenso engagierte Catering-Chefin Miriam ihr weiteres Leben als Ehepaar bestreiten möchten. Wir hielten wahrhaftig die Einladungskarte zu deren Hochzeit in den Händen, neben dem tollen Erfolg von Jörg das nächste Highlight der Saison 2008.

Am 21.11.2008 war es dann soweit, das restliche Team ist in voller Besetzung in Finkenwerden eingetrudelt und wir erlebten einen netten Abend. Natürlich haben wir uns, nachdem wir die Einladung in Händen gehalten haben, Gedanken darüber gemacht, was man den beiden zu diesem Ereignis Gutes tun könnte. Schlussendlich waren wir uns dann nach diversen Emails zwischen Robert, Matthias und mir doch einig geworden.

Ein paar Minuten vor dem abendlichen Buffet haben wir kurz um ein wenig Aufmerksamkeit gebeten und haben Auszüge aus einem Rennbericht vorgetragen, den wir anlässlich dieser Hochzeit einmal mit unseren Gedanken aus der Sicht des Brautpaares verfasst haben (wer möchte, kann den Bericht auf der Homepage lesen). Es war nicht leicht, diesen Bericht zu schreiben aber die beiden haben sich offensichtlich königlich darüber amüsiert. Offensichtlich hat der Rennbericht auch einige der wenig mit Rallycross vertrauten Gäste interessiert, denn der Bericht, den wir in DIN A0 an die Wand gehängt haben und in DIN A4 dezent auf den Tischen verteilt haben, wurde in den späteren Abendstunden von einigen Gästen in voller Länge gelesen. Im Anschluss an diesen Vortrag gab es dann das Geschenk, ein quietschgelbes Bobbycar (vielleicht sollte man erwähnen, dass die beiden im Winter Nachwuchs erwarten) mit der Nummer 1 des Meisters sowie Aufklebern der Sponsoren im North Racing Look dekoriert. Mit Rennbereifung und einem Multifunktionslenkrad ausgestattet, hat dieses Unikat den beiden doch sehr gefallen. Abschließend habe ich den beiden noch unsere Glückwunschkarte (eigentlich eher ein kleines Album) überreicht, ein einmaliges Unikat mit vielen Bildern vom Team und den beiden darin, die meine beste Kollegin, eine mittlerweile über deutsche Grenzen hinaus bekannte Hobby-Designerin von allem, was man mit Papier anstellen kann, in mühsamer und mehrstündiger Arbeit auf meinen Wunsch hin angefertigt hat.Es war eine tolle Hochzeit, die beiden haben sich sehr über unsere Ideen gefreut und wir hoffen, noch viele Jahre mit den (noch) beiden im Rallycross aktiv zu sein, das passt einfach und macht uns allen sehr viel Spaß. Nachdem die beiden wieder in ihre neue Heimat zurück müssen, werden wir uns wieder verstärkt um die Autos kümmern aber uns bleibt die erste Hochzeit innerhalb des North Racing Teams sicher noch lange in sehr guter Erinnerung.

BBZ

Sieg und Niederlage beim Endlauf der DM - Ende einer tollen Saison für das North Racing Team

Nachdem wir auf Grund des etwas seltsamen Zeitplans für die Rallycross-Saison 2008 drei Monate Zeit zwischen dem vorletzten Lauf und dem Finale auf dem Gründautalring hatten, haben wir es nach den notwendigen Arbeiten an den Fahrzeugen erstmals geschafft, bereits am Dienstag vor dem Rennen den LKW komplett fertig zu packen. Am zeitigen Freitagvormittag machten wir uns bei gemischtem Wetter auf die Reise ins Gründautal und sind dort ohne Komplikationen ungewohnt zeitig eingetroffen. Wir haben bei noch durchwachsenem Wetter unsere Wochenendbehausung aufgebaut und beide Fahrzeuge wie gewohnt ohne Komplikationen durch die technische Abnahme gebracht. Nach einem gemütlichen Grillabend bei Temperaturen um den Gefrierpunkt (außer bei uns im Zelt, da hat Jörg für tropisches Klima gesorgt) warteten wir auf das, was uns am Wochenende erwarten würde. Jörg hat am Samstag Vormittag drei mal und ich zwei mal die Gelegenheit genutzt, sich nach dem Pfingstwochenende erneut auf die Strecke auf dem ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Gründau einzuschießen.

Das Zeittraining hat Jörg als dritter absolviert, war aber noch nicht ganz zufrieden mit seinem Speed und dem Auto, schnell abbauende Reifen machten ihm das Leben schwer. Dass wir nachbessern müssen, war uns klar, ansonsten wäre es für Jörg nicht ganz einfach geworden, um den Sieg mitkämpfen zu können. Den anschließenden ersten Vorlauf hat Jörg als zweiter absolviert, ein versöhnlicher Abschluß des Rennsamstages. Im zweiten Vorlauf ist Jörg hinter dem erneut schnellsten, Rene Münnich und Herbert Stenger auf Platz drei gefahren, eine saubere Fahrt ohne Fehler aber ein kleines bisschen Steigerungspotential war noch nicht ganz ausgeschöpft. In Vorlauf drei ist Jörg auf Platz zwei gefahren, hinter Stenger und vor Münnich, der mit einem überhaupt nicht funktionierendem Startprogramm das ganze Wochenende zu kämpfen hatte. Von Startplatz drei musste Jörg in das Finale gehen, hat den Start gewonnen und es kam eingangs des Hubschrauberlandeplatzes zu leichtem Kontakt mit Stenger. Jörg war eindeutig vorn, Stenger wollte nicht nachgeben, hat die Spuren seines linken Vorderreifens nachhaltig in Höhe des rechten Seitenteils des Focus von Jörg eingraviert (eindeutig, wer zu diesem Zeitpunkt die Nase vorn hatte...) und hat dann mangels Auslaufzone den schönen Focus von Wissel rechts in die Reifenstapel geknallt und abgerollt, Rene Münnich konnte nach erneutem Versagen des Startprogramms nicht mehr ausweichen und hat den Skoda nicht mehr vor einer Kollision bewahren können, schade, denn es bedeutete das Ende für Münnich, der mit richtig guten Zeiten die Vorläufe für sich gestalten konnte. Eine ewige Pause mit reichlich Diskussionen waren die Folge, bis das leider stark ramponierte Fahrzeug aus dem Hause Wissel geborgen werden konnte. Den endlich erfolgten Neustart konnte Jörg erneut gewinnen und hat das Finale kontrollieren und gewinnen können. Ein angekündigter Protest aus den Reihen von Stenger gegen Jörg war zum einen verspätet bei der Rennleitung eingegangen und wäre zum anderen nach Aussage des Rennleiters Bernd Körner, der die Situation wie eigentlich immer, im Griff hatte, abgewiesen worden, da Jörg sich als Startsieger kein Verschulden hat zuschreiben müssen. Für Jörg war es der dritte Sieg in dieser Saison, der Focus ist erneut super gelaufen, ohne irgend welche technischen Probleme, viel besser kann man eine Saison in der Königsklasse nicht abschließen, unangefochten Deutscher Rallycross-Meister mit drei Siegen und keiner Platzierung außerhalb des Podiums.

Bei mir ging es um den dritten Platz in der Rallycross-Challenge. Zweiter im Zeittraining, wohl wissend, dass Phillip Schwarz erneut gepokert hat und schneller gewesen sein sollte, ging es in die Qualifikationsläufe. Im Wissen, mit meinen bisher verwendeten Michelin-ultra-hart-Reifen am Start schlecht aussehen zu werden, bin ich im ersten Lauf eine fünftbeste Zeit gefahren, wobei die Spitze in der Division 5 sehr eng beieinander gelegen ist. Vorlauf zwei habe ich dann mit deutlich weicheren Reifen in Angriff genommen, habe gleich nach dem Start vorn rechts von Alexander Hiss, nachdem er Ralf Goltz ins Auto gefahren ist, einen ordentlichen Schlag bekommen und bin ungewollt (mittlerweile voll auf der Bremse stehend), dem völlig unschuldigen Jens Schlitter ins Auto gerutscht, der aber ein paar Zehntel später von Hiss einen ernsthaften Einschlag vorn rechts zu spüren bekommen hat. Damit haben alle Fahrer bereits kurz nach dem Start 3 bis 4 Sekunden auf die vor uns gestartete Gruppe, in der sich alle Fahrer fair verhalten haben, eingebüßt, was sich in den Vorlaufzeiten rechen sollte. Nachdem Hiss ausgangs des Hubschrauberlandeplatzes Jens Schlitter gründlich entsorgt hat, war meine Zeit, da ich auf diesem Streckenabschnitt, den man eigentlich Vollgas fährt, eine Vollbremsung gemacht habe, um meinen Fahrerkollegen nicht zu verletzen, endgültig im Eimer. Lediglich eine siebte Zeit war das magere Resultat und die Hoffnung auf einen nicht genauso schlechten dritten Vorlauf. In Vorlauf drei ging es dann endlich einmal gesittet zu, eine dritte Zeit mit lediglich 0,23 Sekunden Rückstand auf den Schnellsten brachten mir dann doch noch die erhoffte Start­position in Reihe zwei des A-Finales. Der Start in diesem Finale war überraschend gut, ich konnte mich eingangs des Hubschrauberlandeplatzes hinter der ersten Reihe und vor meinem engsten Verfolger auf den dritten Platz der Deutschen Rallycross-Challenge, Ralf Goltz, einreihen. Im festen Glauben, dass dies eine tolle Position für mein Anliegen sein sollte (Sven Kobow vor mir hat 5 Punkte Rückstand, Ralf Goltz hinter mir hat 3 Punkte Rückstand in der Challenge auf mich), sind wir friedlich im Kreis gefahren und ich erwartete eigentlich kein böses Erwachen mehr. Sven Kobow ist ein für mich ein leider relativ gemütliches Tempo gefahren, hat oft eine große Lücke für mich aufgemacht, in die ich aber, um einen unnötigen Unfall zu vermeiden, bewußt nicht hineingefahren bin. Plötzlich bekam ich in Runde vier des Finales hinten rechts einen ordentlichen Schlag auf das Auto, wurde geschoben (Felge und Reifen hinten rechts in roter Farbe, Seitenteil hinten rechts eingedrückt und rot mit deutlichen Reifenspuren, Tür rechts ebenso eingedrückt und aus dem Schloss herausgerissen), und bin stumpf frontal in die Mauer eingeschlagen. Das war es mit meinen Hoffnungen auf Platz drei in der Challenge 2008, verursacht durch eine nicht wirklich herausragende Aktion von Ralf Goltz. Ralf hat sich im Parc fermé sofort für seine Aktion entschuldigt und ich habe die Entschuldigung angenommen. Für mich war es einfach nur schade, denn ich hatte alles im Griff und habe einfach nicht damit gerechnet, dass ein so guter, erfahrener und eigentlich sehr fairer Fahrer wie Ralf (mit dem ich mich, weil er ein sehr netter Mensch ist, gut verstehe), eine solche überflüssige Kamikaze-Aktion starten würde und einen solchen Anfängerfehler begehen würde.

Schwamm drüber, Ralf hat bei dieser Aktion sehr offensichtlich nicht besonders gut ausgesehen, es haben mich viele Fahrer und Betreuer im Nachhinein darauf angesprochen, dass ich ja hinsichtlich des Endstandes in der Deutschen Rallycross Challenge wohl Grund genug hätte, richtig sauer zu sein, aber ändern kann ich die Situation ohnehin nicht mehr. Absicht möchte ich Ralf auf keinen Fall unterstellen, sonst wäre er nicht direkt im Parc fermé auf mich zu gekommen und hätte sich entschuldigt. Ein bis zur vierten Runde des Finales sicher geglaubter dritter Platz in der Challenge wäre schön gewesen, sollte aber offensichtlich nicht sein.         

Das North Racing Team bedankt sich bei seinen Schraubern und deren besseren Hälften für die super Betreuung in der Meister-Saison 2008, den Sponsoren, den Helfern an den Rennstrecken, allen Fans und sonstigen Beteiligten, die sich für unser Engagement in der Saison 2008 interessiert haben. Wir wünschen allen Fahrern, Schraubern, Betreuern (das North Racing Team wird in der Winterpause eine hoffentlich kernge­sunde, wenn auch noch sehr kleine (ca. 45 - 60 cm) weitere Betreuerin erhalten), Zuschauern und allen weiteren Beteiligten eine nicht allzu lange Winterpause, mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen in der Saison 2009.

BBZ 

Jörg ist Deutscher Meister 2008 - ein hoch gestecktes Ziel ist erreicht

Endlich hatten wir mal wieder ein paar Wochen Zeit, um uns vernünftig um die Autos zu kümmern. Diese Zeit haben wir genutzt, um an der Karosse des Focus ein paar Kampfspuren zu beseitigen. Anschließend hat unser Sponsor, die Lackiererei Nofcz aus Buxtehude, den Focus neu lackiert, damit die Optik wieder mit dem Speed des Autos zusammen passt. Wir haben einige wichtige Teile, vor allem im Bereich des Antriebsstrangs revidiert und waren damit eigentlich gut gerüstet für das Rennen auf dem Estering. Bereits am Freitag haben wir unsere Wochenendbehausung aufgebaut, am Samstag die Abnahme beider Fahrzeuge gewohnt komplikationsfrei absolviert und harrten bei teilweise übelstem Sauwetter nach einem gemütlichen Grillabend der Dinge, die uns am Sonntag erwarten würden. Etwas nervös waren wir alle, auch, weil der Rennsonntag komplett von einem Fernsehteam begleitet werden sollte, das alle eventuellen Problemchen auf Band festhalten wird.

Das freie Training hat Jörg zum Anfahren der Reifen genutzt, im Zeittraining ist dann eines der kleinen Probleme aufgetreten, die wir angesichts der Tabellensituation eigentlich vermeiden wollten. In der ersten fliegenden Runde ist Jörg auf der Geraden beim Übergang vom Schotter auf den Asphalt etwas weit links gefahren, wo eine derbe Kante war. Die Spurstange vorn links hat den Dienst quittiert, Jörg ist mit nicht mehr lenkbarem Auto im Fangsand gestrandet, Platz 7 im Zeittraining war das ungewollte Resultat. Das Wechseln der Spurstange ging zügig, der Focus war wieder fit für die Vorläufe. Eine vierte Zeit in Vorlauf eins war nicht unbedingt das, was Jörg wollte, aber die Konkurrenten hatten wenig Glück. Bei Frank Eichelberg stellte sich erneut ein Motorschaden ein und René Münnich hat sein Auto nach der Zielflagge verloren, ist sehr hart rückwärts in die Leitplanke eingeschlagen und musste ebenfalls die Segel streichen. In Vorlauf zwei ist Jörg dann auf mittlerweile patschnasser Piste Bestzeit gefahren und wir haben uns entschlossen, im Sinne unseres Ziels auf einen Start in Vorlauf drei zu verzichten. Es kam, wie es kommen musste, die einzig denkbare Konstellation, dass Jörg nicht in Reihe eins im Finale steht, ist eingetreten, Wissel hat diesen Vorlauf für uns unerwartet vor Mark Duez gewonnen, damit steht Jörg im Finale auf Platz vier. Zu diesem Zeitpunkt steht bereits fest, dass Jörg das Finale gar nicht mehr fahren müsste, um Meister zu sein. Jörg, ganz Sportsmann, hat dann im Finale einen Bombenstart aus Reihe zwei hingelegt, dann kam es zu recht heftigem Kontakt, weil die Herren aus Reihe eins die Lücke zugemacht haben. Jörg hat ein bisschen den Bodenkontakt verloren und musste das Finale mit erneut krummer Lenkung und einem noch nicht diagnostizierten Schaden am vorderen Antriebsstrang zu Ende fahren, Platz drei hat er mit wenig erfreulichen Geräuschen aus dem vorderen Antriebsstrang am Ende noch retten können. Vor seinem direkten Verfolger Ralf Wilhelm eingelaufen, hat er seinen ohnehin nicht mehr einzuholenden Vorsprung noch einmal um zwei Punkte ausgebaut. Jörg und das komplett versammelte Team waren überwältigt, nach 2004 wieder Internationaler Deutscher Rallycrossmeister in der Königsklasse, da hat sich die harte Arbeit der letzten Jahre, Monate und Wochen ausgezahlt, ein tolles Gefühl für alle, die daran beteiligt sind.

Bei mir war alles gewohnt unspannend. Platz zwei im Zeittraining, wohl wissend, dass Philip Schwarz gepokert hat und eigentlich vor mir gewesen wäre. Im ersten Vorlauf bin ich auf eine sichere schnelle Zeit ausgewesen, bin ein paar Meter hinter Jens Schlitter hergefahren, in der Hoffnung, dass er nach bislang starken Vorstellungen eine gute Zeit fahren wird. Es hat sich dann leider gezeigt, dass Schlitter nicht auf höchstem Niveau unterwegs war und ich habe daher nur eine fünfte Zeit erreicht. In Vorlauf zwei hatte ich dann endlich die von mir so ersehnte nasse Strecke, es hat mir einen riesigen Spaß gemacht, unter diesen Bedingungen zu fahren, ich habe die Gruppe gegen einen Starter aus der 1A und zwei Autos aus der 4 deutlich gewinnen können. Da die Strecke sehr schnell abgetrocknet ist und die direkten Mitbewerber, die eine oder zwei Gruppen später starten durften, deutlich mehr Grip zur Verfügung hatten, war auch dieser eigentlich nicht langsame Vorlauf erneut nur eine fünfte Zeit wert. In Vorlauf drei auf mittlerweile wieder trockenem Asphalt konnte ich die direkten Konkur­renten Schlitter und Kobow gerade so in Schach halten und mir mit dieser drittschnellsten Zeit den Startplatz eins in der zweiten Reihe angeln, direkt vor beiden zuvor genannten Herren. Der Start im Finale war nicht schlecht, ich bin aus Reihe zwei mit meinem Vorderwagen zwischen Schwarz und Meyer gekommen, habe dann aber zurück gezogen, um einem vermeidbaren Unfall aus dem Weg zu gehen. Auf Platz vier liegend habe ich dann mitten auf der Geraden hart gebremst, weil sich Ralf Goltz und Philip Schwarz sehr hart bekämpft haben, was schlussendlich zu einem bösen Einschlag von Ralf Goltz geführt hat, der seinem schwer beschädigtem Auto entstiegen ist und nach dem überwinden der Leitplanke umgekippt ist. Eine absolut notwendige rote Flagge sowie ca. 20 Minuten Pause waren das Resultat. Nach dem Neustart bin ich so unkonzentriert wie selten zuvor gefahren, habe wieder einen sehr guten Start erwischt, dann aber in Runde drei Jens Schlitter ohne Not durch einen Anfängerfehler vorbei lassen müssen. Platz drei war insgesamt in Ordnung, mit etwas mehr Konzentration hätte es aber eigentlich auch ein zweiter Platz sein müssen.

Alles in allem war es ein tolles Wochenende, all die Zeit, die wir in den Renner von Jörg über die letzten Jahre investiert haben, hat sich durch den erneuten Gewinn des Division 1 Titels rentiert, ein tolles Gefühl, vor allem wenn vor der Saison jeder nur von einem Zweikampf zwischen Münnich und Eichelberg spricht und niemand Jörg für ernsthafte Ambitionen auf den Titel auf dem Zettel hat. Wir werden diese tolle Gefühl noch ein paar Tage in uns tragen, dann geht die Arbeit wieder los, der Focus hat einen Schaden nach der Startkollision davon getragen, diesen werden wir schnellstmöglich lokalisieren und beheben, um das Auto für Gründau wieder in siegfähigem Zustand zu haben. Da gibt es nichts mehr zu verlieren und Jörg kann noch einmal völlig befreit von aller Taktik fahren, wir werden sehen, was dabei herauskommen wird.

Bis zum nächsten Lauf in Gründau

BBZ 

Ein etwas durchwachsener Trip in den Norden bei strahlendem Sonnenschein

Erneut hatten wir nur zwei Wochen Zeit, um die zum Glück nur sehr kleinen Wunden von Gründau zu lecken und die Autos wieder vernünftig vorzubereiten. north racing nysumWir haben diese Zeit genutzt, um alles erneut durchzuchecken und zu überarbeiten. Die Anfahrt verlief dieses mal ohne Probleme, kein Stau, alles bestens. Nach Gründau konnten wir wieder bei strahlendem Sonnenschein unsere Wochenend­behausung aufbauen und freuten uns auf ein hoffentlich erfolgreiches Rennwochenende auf der schön zu fahrenden Rennstrecke in Nysum. Das Wetter sollte das ganze Wochenende halten, blauer Himmel, andauernder Sonnenschein, sommerliche Temperaturen, eigentlich alles, was wirnorth racing nysum uns gewünscht haben.
Die technische Abnahme am Freitagabend verlief trotz sehr motivierter Kommissare (bei mir waren bereits Motorhaube, beide Türen sowie dieHeckklappe offen, bevor ich überhaupt aus dem Fahrzeug steigen konnte) wie gewohnt ohne irgendwelche Probleme. Im freien Training am Samstagvormittag haben wir unsere Runden gezogen, um Erkenntnisse für die Einstellung des Fahrwerks am Focus zu erhalten. Das north racing nysumPflichttraining hat Jörg ohne Probleme absolviert, immer im Hinterkopf, dass er das Auto im Sinne einer ordentlichen Ausbeute an Punkten heil lassen möchte. In den Vorläufen ist Jörg in Vorlauf eins eine zweite Zeit gefahren, hat sich in Vorlauf zwei souverän in Führung liegend ein bisschen gedreht, um uns den Sonntagnachmittag nicht langweilig zu machen und ist in Vorlauf drei eine weitere zweitschnellste Zeit gefahren. Da die beiden Dänen Dennis Dennis Römer und Jacob Teil Hansen äußerst motiviert absolut am Limit fahrend die Bestzeiten unter sich aufgeteilt hatten, musste Jörg für ihn north racing nysumetwas überraschend vom dritten Startplatz aus ins Finale gehen. Nach dem Start hatte er ein bisschen mit Platz zwei spekuliert, sich dann aber im Sinne der Meisterschaft dafür entschieden, hinter den absolut am Limit fahrenden Dänen den dritten Platz sicher nach Hause zu fahren, im Sinne der mittlerweile doch sehr ernsthaften Ambitionen auf die Meisterschaft eine sehr clevere Entschei­dung.
Bei mir lief alles nicht so ganz wie gewollt. Nachdem ich auf nicht ganz optimalen Reifen nach dem freien Training im Zeittraining und dem anschließenden ersten Vorlauf jeweils vierter geworden bin, hatte ich mir für den Sonntag eigentlich ein wenig mehr erhofft. Auf mittlerweile vernünftigen Reifen lief es im zweiten Vorlauf subjektiv eigentlich gar nicht so schlecht, jedoch war angesichts des extrem dichten Feldes, mit north racing nysumAusnahme der beiden vorweg fahrenden Jens Schlitter und Philip Schwarz, nur eine sechste Zeit zu Stande gekommen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich nicht richtig vom Fleck komme. Was ich unserer Catering-Chefin Miriam noch mit kleinerem Durchmesser der Räder und damit höherer Drehzahl im gleichen Gang erklärt hatte, entpuppte sich dann aber leider als defekte Kupplung. Ein wenig Herumgefahre im dritten Vorlauf und im Finale ging zwar noch aber wenn man am Start nur noch sehr mühsam vorwärts kommt, hat man bei der momentanen Leistungs­dichte keine Chance mehr, irgendwie Richtung Treppchen zu kommen. 
Insgesamt war es ein doch recht erfreuliches Wochenende für uns, die Autos sind heil (bis auf die verendete Kupplung in der Zitrone) geblieben und wir werden hart arbeiten, um für Jörg die angepeilte Meisterschaft bereits in Buxtehude mit einem gut funktionierenden Fahrzeug in trockene Tücher zu north racing nysumbekommen. Ein fünfter Platz von Jörg in Buxtehude würde reichen, um sich den Deutschen Meister­titel bereits vorzeitig zu sichern, das sollte eigentlich zu schaffen sein. Ich bin durch mein wenig berauschendes Resultat in der Challenge von Platz zwei auf vier gerutscht, da ist realistisch noch alles zwischen Platz sechs und Platz zwei am Ende möglich.
Wir werden alle unsere Möglichkeiten ausschöpfen, um bereits in Buxtehude mit Jörg auf dem Focus vorzeitig vor dem letzten Lauf in Gründau den Titel in der Division 1 einzufahren. Sollte alles so klappen, wie wir uns das vorstellen, wäre dann auch der Start von Jörg beim EM-Lauf in Buxtehude gesichert.

Bis zum nächsten Lauf auf dem Estering.

BBZ 

Jörg Jockel zum zweiten - ein tolles Pfingstwochenende bei strahlendem Sonnenschein

Lediglich zwei Wochen Zeit hatten wir nach dem letzten Lauf auf dem Estering, um die Autos wieder vernünftig vorzubereiten. Wir haben diese Zeit genutzt, um alles durchzuchecken und zu überarbeiten. Leider waren die von uns erhofften Getriebeteile für den Focus nicht rechtzeitig eingetroffen, daher mußten wir mit einem lediglich durchgesehenen und für gut befundenen Getriebe, aber ohne die erhofften Neuteile die Reise nach Gründau antreten. Mal abgesehen davon, dass ich rund dreieinhalb Stunden bei Kassel im Stau gestanden habe und die anderen dadurch warnen konnte, stumpf die A7 bis Fulda zu fahren, verlief die Anreise eigentlich wunderbar. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir unsere Wochenendbehausung aufbauen und freuten uns auf ein hoffentlich erfolgreiches Rennwochenende auf der doch recht schnellen Strecke in Gründau. Das Wetter sollte das ganze Wochenende halten, blauer Himmel, andauernder Sonnenschein, sommerliche Temperaturen, da konnten die Regenreifen im LKW bleiben.

Die technische Abnahme am Samstag Morgen verlief wie gewohnt ohne irgend welche Probleme. Im freien Training am Samstag, das sich durch einige Motorschäden bei den Autocrossern durch permanentes entfernen von Ölspuren ein wenig langwierig gestaltet hat, hat Jörg probiert, sich an diese Strecke zu gewöhnen und Robert ein bisschen Anhaltspunkte zu liefern, wie wir das Auto noch ein wenig besser an diese Strecke anpassen können. Auch das Zeittraining verlief ohne Komplikationen, zweitbeste Zeit in der Division 1 hinter Rene Münnich mit relativ geringem Rückstand. Im ersten Vorlauf hat Rene einen wenig berauschenden Start hingelegt, musste zwei Runden hinter Willy Streitler fahren und hat dabei einiges an Zeit einbüßen müssen. Jörg hat die Gelegenheit nutzen können und ist Bestzeit gefahren, auch wenn es nach einem Rennabbruch im ersten Versuch, bei dem ein massiver Reifenstapel auf die Ideallinie befördert worden ist, im zweiten Versuch zu Über­hitzungen an den Reifen gekommen ist, der erste „Versuch“ wäre deutlich schneller gewesen. Der Sonntag war für Jörg äußerst erholsam. Er ist hinter Rene in Vorlauf zwei eine zweitschnellste Zeit gefahren, danach haben wir ein bisschen gerechnet und uns angesichts der noch nicht verbauten Neuteile im Getriebe dafür entschieden, den dritten Lauf nicht mehr zu fahren. Im Finale war vorab von allen Seiten nur zu hören, dass es spannend werden würde, ob Rene oder Jörg den besseren Start hinbekommen würden. Als dann die Ampel den Start freigegeben hat, waren aber weder Rene noch Jörg am Drücker. Jörg war offensichtlich (da war wohl noch das Oschersleben-Syndrom im Kopf) ein ganz klein wenig zu vorsichtig, bei Rene lief es noch schlechter. Schlussendlich hat Frank Eichelberg den Start gewonnen und Jörg konnte sich erst eingangs der langgezogenen Rechtskurve am Hubschrauberlandeplatz in Führung bringen. Rene hat Eichelberg überholt und Jörg seit dem gejagt. Jörg ist, wie bereits vor zwei Wochen auf dem Estering, unglaublich clever gefahren und hat entgegen aller selbst ernannten Rennkommentatoren an der Strecke diese Position bis ins Ziel halten können. Die Reifen haben angesichts der doch recht hohen Temperaturen bereits ab der dritten Runde abgebaut, ein Phänomen, das wir bisher eigentlich nicht kannten. Nach dem letzten Lauf auf dem Estering erneut eine starke Leistung von Jörg, wobei wir betonen möchten, dass er mit Rene einen erneut super fair fahrenden Fahrer permanent im Genick hatte, Rene hätte oft Gelegenheit gehabt, Jörg hinten auf die Ecke zu fahren und hat keine dieser Gelegenheiten nutzen wollen, son­dern hat sich für viele, für die Zuschauer sicher äußerst unterhalt­same, faire Angriffe entschieden. Am Ende kam endlich die ersehnte Flagge, zweiter Sieg für Jörg in Folge.

Bei mir war alles gewohnt unspektakulär, technische Abnahme, freies Training und anschließendes Zeittraining, das ich auf knüppelharten Reifen für mich etwas erstaunlich als zweiter beenden konnte. Der erste Vorlauf von Startplatz fünf war erwartungsgemäß mit einer viertbesten Zeit nicht berau­schend, einen zweiten Versuch am Sonntag Morgen wollte ich meinen Reifen nach der zufrieden­stellenden Zeit im Zeittraining dennoch gönnen. Erneut hatte ich am Start keinen Grip, hing ein bisschen fest und konnte nur die fünfte Zeit fahren. Nach diesem nicht ganz so erfreulichen Lauf habe ich etwas weichere Reifen aufgezogen und konnte in Vorauf drei endlich einmal vernünftig starten, habe in der Startgruppe Platz zwei halten können und bin schlussendlich die drittschnellste Zeit gefah­ren. Damit bin ich im Finale auf Startplatz vier, eigentlich so, wie ich es mir nach den etwas durch­wachsenen ersten beiden Vorläufen erhofft hatte. Der Start zum Finale war in Ordnung, es gab keine unnötigen Aktionen und ich bin auf der Position meines Startplatzes „im Kreis“ gefahren. Als der vor mir liegende Sven Kobow seinen Schaltknüppel aus der Schaltkulisse heraus gerissen hatte, bin ich an ihm vorbei gefahren und habe ohne eine Schramme am Auto den dritten Platz sicher nach Hause fahren können. Nachdem ich in den ersten beiden Rennen im Finale zwei mal etwas Pech hatte, hatte ich dieses mal ein wenig Glück, Platz drei ist für mich recht erfreulich und das Auto ist heil geblieben, besser als bei meinem letzten Start in Gründau, wo ich ein doch stark beschädigtes Dreirad auf den Trailer laden musste.

Insgesamt war es ein tolles Pfingstwochenende für uns, die Autos sind heil geblieben und waren ebenso schnell, wie standfest. Im letzten Rennbericht vom Estering habe ich geschrieben, „eine solche Vorstellung von Jörg würden wir auch dort (Gründau) gern noch einmal sehen“, genau das ist eingetreten und wir sind alle super happy mit diesem Wochenende. Bis Nysum haben wir in der erneut sehr knappen Zeit noch eine Menge Arbeit vor uns, aber es arbeitet sich bekanntlich leichter, wenn man die Früchte der Arbeit auch auf der Strecke sehen kann. Wir werden alles daran setzen, in Nysum auf diesem Level weiter fahren zu können. Die Starts von Jörg im letzten Jahr im Finale und Superfinale geben uns angesichts des mittlerweile deutlich verbesserten Fahrers Motivation genug, um auch 2008 dort wieder richtig angreifen zu können.

Bis Nysum in zwei Wochen

BBZ 

 

Der beste Jörg Jockel aller Zeiten

Nach dem äußerst erfreulichen Testtag vor zwei Wochen (Bericht steht auf unserer Seite), zu dem uns Rene Münnich eingeladen hatte, haben wir den Focus so gut es ging durchgecheckt und für die Veranstaltung auf dem Estering vorbereitet. Angesichts der Nennungsliste hatten wir doch ein paar Sorgen, ganz vorn landen zu können. Die hoch angekündigten Jochen Coox und Marcus Nilsson sind aus uns nicht bekannten Gründen nie auf dem Estering eingetroffen, damit sind natürlich die Chancen auf einen Platz auf dem Podium erheblich gestiegen. Wir haben uns am frühen Freitag-Nachmittag Richtung Estering aufge­macht, so weit ist es ja für uns nicht. Unsere neue Wochenendbehausung wurde in Ruhe hergestellt, die Abnahme wie gewohnt ohne Komplikationen erledigt und wir warteten auf die Ereig­nisse der beiden folgenden Tage.

Jörg hat das äußert knapp bemessene freie Training besser absolviert, als jemals zuvor, da hat der Testtag doch eindeutig Früchte getragen. Auch das Zeittraining war erfreulich, Platz zwei mit lediglich zwei Zehntelsekunden auf Rene Münnich. In den Vorläufen eins und zwei ist Jörg erneut schnell unterwegs gewesen, jeweils die zweitschnellste Gesamtzeit aller Teilnehmer war das sehr erfreuliche Resultat. Vor dem dritten Vorlauf ging dann bei Jörg, vor allem aber bei Robert, die große Rechnerei los. In Anbetracht der Tatsache, dass wir nach dem ausgiebigen Testtag mangels der nötigen Zeit von unserem Motoren- und Getriebeguru Marco Henker das Getriebe nicht zum obligatorischen Check draußen hatten, wollten wir so wenig Risiko wie nötig eingehen und nicht noch einmal so einen Finalstart erleben, wie in Oschersleben. Da das Erreichen der Pole-Position nur noch theoretisch möglich war, aber auch das Verpassen des zweiten Startplatzes kaum noch hätte passieren können, hat Jörg sich entschieden, das Auto nicht unnötig zu strapazieren und hat auf einen Start im dritten Vorlauf verzichtet.

Die Rechnung ging auf, Jörg geht von Platz zwei aus ins Finale, gewinnt den Start gegen Rene Münnich und kommt als erster auf die lange Gerade. Ab jetzt begann das große Bangen um die Nerven von Jörg (offensichtlich waren wir viel nervöser als Jörg selbst). Runde für Runde konnte er sich auf dem ersten Platz halten, ist an den richtigen Stellen nicht am Limit gefahren und hat die Sache im Griff gehabt, diese routinierte und kaltschnäuzige Fahrweise haben wir bisher bei Jörg noch nicht gesehen. Ende der sechsten und letzten Runde hatten wir nach wie vor das gleiche Bild, Jörg vor Rene Münnich und in dieser Reihenfolge ist das Finale dann zu uns aller Freude auch beendet worden, der erste Sieg von Jörg auf dem Focus, alle Arbeiten an Fahrer und Auto haben sich endlich ausgezahlt. Jörg war nach der Zieldurchfahrt im siebten Himmel und wir als Crew einfach nur fassungslos und begeistert, was Jörg dort mit dem Focus gegen starke Konkurrenz gerade angestellt hat. An dieser Stelle sollte unbedingt erwähnt werden, dass Jörg im Finale mit Rene Münnich einen super fair fahrenden Mitbewerber im Schlepptau hatte, der nicht eine einzige unsaubere Aktion probiert hat und sich als ganz großer Sportler gezeigt hat, vor allem vor dem Hintergrund, dass er durch sein großes Vorhaben für 2008 sich selbst ordentlich Druck aufgebaut hat. Ohne diese tolle und sehr sportliche Einstellung unseres Mitbewerbers hätte das Wochenende auch weniger erfreulich enden können.

Bei mir war alles nicht so spektakulär. Die Zitrone habe ich nach Oschersleben gründlich durchge­sehen und schlussendlich für in Ordnung befunden. Das freie Training war von der Rundenzahl her eher mager bemessen. Eine vierte Zeit im Zeittraining konnte ich heraus fahren, wobei in der Division 5 die Zeiten sehr dicht beieinander lagen. In Vorlauf eins hing ich, von der wenig aussichtsreichen Bahn 5 auf die Reise gegangen, ein bisschen im Verkehr fest. Erst in der vierten Runde konnte ich Ulrich Riese überholen und ein paar Meter zwischen ihn und mich legen. Eine für mich wenig erfreuliche siebtschnellste Zeit war die Folge. In Vorlauf zwei war viel Aktion auf der Strecke, ich habe Jens Barghoff in Runde eins ziehen lassen wollen, um frei fahrend eine gute Zeit hinlegen zu können, er hat die Einladung angenommen, sich dann aber ein bisschen verhaspelt, ich bin wieder an ihm vorbei gefahren und habe die Gruppe gewonnen mit dem Wissen, dass die Zweikämpfe für die Zeit nicht unbedingt fördernd waren. Dass ich dennoch eine drittschnellste Zeit gefahren bin, hatte ich nicht unbedingt erwartet. In Vorlauf drei bin ich seit dem Start hinter Barghoff aber vor dem richtig gut aufgelegten Achim Koch unterwegs, die zweite Zeit war das Ergebnis. Nach dem Debakel in Vorlauf eins von ganz außen habe ich mir mit Startplatz erste Reihe wieder ganz außen wenig Chancen auf eine vernünftige Platzierung im Finale ausgerechnet. Der Start war unerwartet gut, neben dem schnellsten der Qualifikation, Philip Schwarz, ging ich in die Sparkassen-Kurve, in der Hoffnung, mich eingangs der Geraden auf Platz zwei hinter ihm einreihen zu können. Plötzlich bekam ich einen Schlag vorn rechts auf das Auto, Philip konnte diesen Einschlag nicht ausgelöst haben, so plötzlich kann niemand seine Richtung wechseln. Wie sich heraus gestellt hat (entsprechendes Videomaterial ist unter rallycross1.de zu sehen), ist Thomas Stark aus der dritten Reihe Philip ordentlich ins Auto gefahren und hat ihn in mein Auto geschoben. Damit war ich raus aus dem Rennen und bin das Finale auf Platz sechs liegend zu Ende gefahren. Ein bisschen enttäuscht war ich schon, da ohne dieses völlig überflüssige Manöver, das lediglich zu einer Verwarnung geführt hat, ein Platz auf dem Treppchen durchaus nicht abwegig gewesen wäre.

Insgesamt war es eine tolle Veranstaltung für das Team. Der Veranstalter hat alles richtig gemacht, das Wetter war super und selbst die Anzahl der Besucher war angesichts der regional konkur­rieren­den Veranstaltungen (Baumesse in Buxtehude etc.) doch recht erfreulich. Beide Autos sind weitest­gehend heil geblieben, die routinemäßigen Arbeiten am Focus haben wir bereits am Montag Abend begonnen. Derzeit steht Jörg nach diesem tollen Wochenende auf Platz 1 in der DM, wir werden alles versuchen, diese Position nicht allzu leicht wieder her zu geben. Bei mir war es eine eher magere Ausbeute an Punkten, trotzdem werde ich am Ball bleiben und wir werden alles daran setzten, mit zumindest zwei Autos in Gründau an den Start zu gehen. Eine solche Vorstellung von Jörg würden wir auch dort gern noch einmal sehen, derzeit sind wir hoffnungsvoll und setzen alles daran, an dieses tolle Wochenende anzuknüpfen.    

BBZ

 

Erfolgreicher Testtag von Jörg auf dem Estering

Nach dem Getriebeschaden im Finale von Oschersleben haben wir den Focus wieder komplett fertig bekommen. Rene Münnich hatte für den 12.04.2008 den Estering für einen Testtag gebucht. Als seine Anfrage kam, ob wir nicht auch mit testen wollen, haben wir natürlich nicht eine Sekunde gezögert, da Jörg in Oschersleben noch nicht ganz aus dem Winterschlaf erwacht war und teilweise merkwürdige Linien gefahren ist, die doch deutlich Zeit gekostet haben.

Morgens um 7:30 waren wir auf dem Estering, nachdem wir am Vortag erstmals unsere neue Behausung für die Rennwochenenden aufgebaut hatten. Nach nächtlichem Regen war die Strecke morgens naß, später am Tag ist die Strecke aber komplett abgetrocknet. Jörg ging das erste mal auf die Reise, wir haben uns für diesen Testtag vorgenommen, die Sektion von Ende Höhengerade bis Anfang Gerade zu verbessern, dort hat Jörg bisher immer einige Zeit liegen lassen, der Rest der Strecke war uns an diesem Tag nicht wichtig, da Jörg dort bei den vorherigen Veranstaltungen eigentlich gut zurecht gekommen ist. Wir haben uns in der Sparkassen-Kurve postiert, wo wir bei allen Stints von Jörg seine Fahrten beobachtet haben. Die Linie und das Verständnis für die Sparkassen-Kurve waren anfangs eher bescheiden, wir standen anfangs dort und schüttelten wegen der sehr eigenwilligen Linie fassungslos die Köpfe. Wir waren von Anfang an mit Jörg per Funk verbunden und Robert hat ihm dementsprechend permanent Anweisungen in das Auto gesendet. Robert hat Jörg nach und nach dazu gebracht, von seiner gewohnten Fahrweise abzurücken und endlich einmal so zu fahren, wie es Strecke verlangt, wenn man auf gute Zeiten kommen möchte. Die Stimmung bei uns stieg von Versuch zu Versuch (er ist in seinen Läufen bis zu 16 Runden am Stück draußen geblieben), von anfänglicher Ratlosigkeit oder schon fast Resignation (beim morgentlichen 1. Versuch wären ihm selbst Division 5-Autos Ausgang der Sparkassen-Kurve ins Heck gefahren, allerdings war es dort auch noch sehr naß, da ist ein Division 1 Auto nicht wirklich einfach zu bändigen) bis zur zwischen­zeitlichen Begeisterung. Teilweise fragten wir uns schon, „ist das unser Jörg, der da fährt, da paßt ja auf einmal alles richtig zusammen?!?“.

Insgesamt hat Jörg bei dem Test ca. 3 komplette Renntage absolviert, hat mehr Vertrauen in das Auto bekommen, den Estering besser kennen gelernt und wir als Schrauber waren erleichtert, dass der Focus diese Strapazen ohne einen einzigen Defekt oder eine Reparatur überstanden hat. Irgendwann haben Jörg, aber auch wir an der Strecke gemerkt, dass der Akku des Fahrers zur Neige geht, die Konzentration und die Kräfte beim Fahrer ließen ein bisschen nach, dann haben wir nach diesen vielen Runden das Ende dieser Testfahrt eingeläutet.

Für uns war es ein toller Tag, Wir haben viel über das Auto gelernt und Jörg konnte endlich einmal ohne irgendeinen Druck probieren, wie es mit dem Focus am besten vorwärts geht. Was uns sehr leid getan hat, war die Tatsache, das der Initiator dieses tollen Tages, der Deutsche Rallycross-Meister 2007 und Seriensponsor der Deutschen Meisterschaft, Rene Münnich, den ganzen Tag über an seinen Autos mit schwerwiegenden technischen Problemen zu kämpfen hatte, er konnte daher sicher nicht so viele Runden fahren, wie er sich das vorgestellt hat. Nach und nach gingen bei ihm die Autos kaputt, seine Schrauber haben natürlich alles versucht, die Autos wieder flott zu bekommen, aber es war einfach nur schade, mit ansehen zu müssen, dass wir als Gast eine Runde nach der anderen ohne Probleme fahren konnten und der Gastgeber, seine bessere Hälfte Mandy August und sein neuer Helfer auf der Strecke, der fahrerisch multitalentierte Mark Duez, permanent von technischen Problemen geplagt wurden.

An dieser Stelle möchte sich das North-Racing-Team noch einmal ganz herzlich bei unserem tollen Sportskameraden Rene Münnich für die Einladung zu diesem Testtag bedanken, wir hatten einen tollen Tag auf dem Estering erleben dürfen und wünschen der Mannschaft von all-inkl.com für das Rennen in zwei Wochen sowie den restlichen Läufen der Saison, dass das Pech für dieses Jahr mit diesem Testtag ausgeschöpft sein sollte und die Autos in den kommenden Rennen zuverlässig ihren Dienst versehen.    

BBZ

 

Saisonauftakt mit Knall in Oschersleben

Wie eigentlich immer, war auch dieser Winter am Ende ziemlich kurz. Obwohl wir sofort nach dem Saisonfinale am Matschenberg begonnen haben, den Focus zu zerlegen und north racing oscherslebenzuüberarbeiten, wurde die Zeit doch wieder ein bisschen knapp. Robert, Matthias, Tobias und ich haben uns um den Focus gekümmert, Jörg hat sich mit einem Freund um den LKW gekümmert. Neben einer Rundumüberholung haben wir dem Focus noch einen neuen Bodykit verpasst, der neben optischer Aufwertung für bessere Führung der Luft zum Kühler dienen soll. Nachdem wir die letzte Woche vor dem Rennen täglich unsere Feierabende mit dem Focus verbracht haben, lief das Auto am Donnerstag spät abends, am Freitag ist das Auto dann erstmals 2008 gefahren, zum Glück ohne irgend welche Probleme.

Am Freitag Nachmittag ging es auf die Autobahn Richtung Motorsportarena Oschersleben. Dort angekommen, haben wir unser gesamtes Geraffel in die Box verfrachtet, ein Luxus, den wir auf keiner anderen Strecke haben. Nach einer ewig dauernden Fahrerbesprechung, in der man uns unter anderem erklärt hat, dass es äußerst „sinnvoll“ wäre, amnorth racing oschersleben Kurvenausgang einer sehr schnellen Kurve einen fahrzeuggroßen Reifenstapel zu platzieren, an dem man bei einem eventuellen Einschlag einen Totalschaden mit nach Hause nehmen kann, anderweitig könnte beim Verlassen der Strecke nämlich der Rasen beschädigt werden... Ich habe ja schon viele interessante Sachen im Leben gehört aber so einen Schwachsinn von offizieller Seite haben meine Ohren bisher noch nicht zu hören bekommen.

Sowohl in den beiden freien Trainings als auch im Zeittraining war die Strecke trocken und Jörg hat die Sessions ohne irgendnorth racing oscherslebenwelche technischen Probleme absolviert, war aber mit seinem Speed noch nicht so richtig einverstanden. Eine dritte Zeit im Zeittraining war das Resultat, aber ein bisschen zu weit weg vom schnellsten. Am Sonntag haben sich dann diePrognosen bezüglich des Wetters bewahrheitet, es fing morgens an zu regnen und hörte den ganzen Tag über nur ein paar mal für einige Minuten auf. Im ersten Lauf erlebte Jörg dann einen wirklichen Alptraum. Nach gewonnenem Start blieb das Gaspedal bei Vollgas stecken, bei mehr als 550 PS keine große Freude, wenn man mit voller Gewalt auf die Bremse steigt, es den Motor aber nicht wirklich interessiert. Jörg betätigte den Notaus, damit war das Streichresultat bereits im ersten Vorlauf ausgeschöpft. Vorlauf zwei ist Jörg auf Sicherheit gefahren, da er ja jetzt beide Läufe beenden muss, in Vorlauf drei hat er endlich richtig Vertrauen zum Auto gefunden und ist deutlich besser unterwegs, als bis dahin. Wir warennorth racing oschersleben gespannt, wie das Finale laufen wird, wo wir uns berechtigte Hoffnungen darauf machten, dass Jörg den Start gewinnen würde. Leider gibt es ein Sprichwort, das da lautet „erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“. Die verbliebenen Piloten der Königsklasse drehten nach dem 10-Sekunden-Schild die Motoren hoch, der Start wird frei gegeben und das Feld macht sich auf die Reise, leider ohne Jörg und den Focus, der am Start einfach stehen geblieben ist. Es hat beim Einkuppeln einmal kurz geknallt, dann war das Getriebe hin. Wir haben eigentlich aus Gründen der Zuverlässigkeit die Getriebeeingangs- und ausgangswelle im Winter durch Neuteile ersetzt, ohne das die alten Wellen kaputt gewesen wären. Offensichtlich haben wir dort fehlerhafte Teile erwischt, ansonsten sollten diese Teile nicht beim vierten Start des ersten Rennwochenendes den Geist aufgeben. Für Jörg bleiben somit 15 Punkte und die Erkenntnis, dass bis auf den Getriebeschaden das Auto sehr gut funktioniert, er selber als Fahrer aber noch ein bischen Steigerungspotential hat.

north racing oscherslebenBei mir war wie eigentlich immer, die ganze Sache wenig spektakulär. Ohne jemals in Oschersleben gefahren zu sein, habe ich mich in den freien Trainings langsam an die Strecke gewöhnt und konnte, nachdem ich wenig zufrieden war, im Zeittraining das Auto auf den zweiten Platz fahren, allerdings mit mir etwas unerklärlichen 1,9 Sekunden Rückstand auf Platz eins. In Vorlauf eins lief nicht viel zusammen, vor mir hat sich Uwe Wagner gedreht und ich wusste nicht, ob er zurück auf die Strecke rodelt, daher habe ich viel Tempo heraus nehmen müssen. Anschließend durfte ich eine Runde hinter Kurt Umland fahren, der aufgrund von einem Defekt an der Vorderachse nur noch herumrollen konnte, die Zeit war somit im Eimer, lediglich Platz fünf. Im zweiten Vorlauf habe ich dann eine langsame Gruppe erwischt, konnte den Start gewinnen und habe dann volle Kanone fahrend, die Zitrone zur Bestzeit getrieben. Im dritten Vorlauf ist mir die Pumpe für die Scheibenwaschanlage ausgefallen, aus diesem Grund bin ich mit ein bisschen Respektabstand hinter Jens Schlitter durchgefahren, bevor ich überhaupt nichts mehr sehen konnte. Im Finale aus Reihe eins kommend, habe ich, da ich beim Start ganz außen gestanden bin, vielleicht ein bisschen zu früh nachgegeben, um nicht in einem der genauso großen, wie auch überflüssigen Reifenstapeln zu stranden. Als dritter eingereiht habe ichnorth racing oscherslebennicht richtig aufgepasst, Sven Kobow hat sich mich zurecht gelegt und mich vor der Haarnadel ausgebremst. Als ich es bemerkt habe, konnte ich nicht mehr fair kontern, unfair bleibt nach wie vor nicht mein Metier. Ich habe versucht, mir den Platz auf dem Treppchen noch zurück zu holen, das war aber auf saubere Art nicht mehr zu machen, schlussendlich ein vierter Platz aber viel Fahrspaß an beiden Tagen.

Es war also ein etwas durchwachsener Saisonauftakt für das North Racing Team. Die Technik hat bis auf die defekte Welle am Focus bei beiden Autos gut funktioniert und gehalten. Wir arbeiten daran, demnächst auch wieder mit drei Autos an den Start zu gehen, derzeit hat Robert aber seine komplette Zeit in den Focus investiert. Es bleibt als Fazit festzuhalten, dass die gelben Autos gut funktionieren, die Fahrer aber noch Steigerungspotential haben. Wir werden unsere Arbeiten an den Autos erledigen und freuen uns schon auf den zweiten Lauf der DM auf unserer Heimstrecke, dem Estering.

BBZ

Bildquelle: DRX-Media

 

Hier findet Ihr alle Berichte die vom Team geschrieben worden sind!Diese sind als PDF gespeichert, da sie alle Berichte eines Jahres enthalten.

Berichte 2007

Berichte 2006

Berichte 2005

Berichte 2004

Berichte 2003

Berichte 2002

Berichte 2001